Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
917
Einzelbild herunterladen
 

Zink und Cadmium. !)17

dargestellten Metalles wird sehr auf vollkommenes Ausbringen, ohneRücksicht auf höhere Herstellungskosten, gesehen.

In Schlesien, woselbst man die Generatoren ebenfalls angewendethat, werden die Oefen theilweise noch mit Unterwind betrieben. Oefenmit separirten Generatoren und Regeneratoren (System Siemens)haben in Belgien keinen Anklang gefunden, und wird von den be-treffenden Technikern behauptet, diese Art der Heizung sei für dasbelgische Verfahren nicht anwendbar. Versuche, die auf der St. Leonards-Hütte in Lüttich mit Anwendung des Regenerativsystems unter Be-nutzung gewöhnlicher Destillationsröhren gemacht worden sind, er-gaben wegen Unregelmässigkeit des ganzen Betriebes ein negativesResultat und ist man daselbst zu dem früheren Heizverfahren zurück-gekehrt.

Anders jedoch verhält es sich bei den schlesischen- Oefen, beidenen sich das Regenerativsystem sehr gut bewährt hat x ); Oefenderart sind auf der Zinkhütte Birkengang bei Stolberg im Betriebe undliefern, nachdem die durch Erfahrung bedingten Verbesserungen an-gebracht sind, zufriedenstellende Resultate. Dieselben Oefen sollenauf der Hütte Münsterbusch neuerdings eingeführt werden. Obgleichdie Oefen in der Anlage theuer sind und eine Brennmaterialersparnissbei denselben nicht constatirt worden ist, so verdienen sie doch denVorzug vor den gewöhnlichen Röstöfen, weil sie ein um 2 p. C. höheresAusbringen an Metall gestatten. Während nämlich der Verlust in dengewöhnlichen Oefen 17 bis 18 p.C. beträgt, sinkt derselbe in den Re-generativöfen auf 15 bis p. C. herab. In diesen Oefen liegen zubeiden Seiten der Länge nach die Muffeln in zwei Reihen übereinanderund zwar in jeder Reihe 18 Muffeln von circa 1'5-m Länge, so dassalso jeder Ofen 4x18 = 72 Muffeln fasst. Die Regeneratoren liegenunmittelbar unter dem Ofen, während der Generator ausserhalb derHütte in einem besonderen überdachten Raume aufgestellt ist. Gas undLuft gelangen der Länge des Ofens nach, also der Muffelseite entlangin den Ofen und zwar in stündlicher Umkehrung, bald von der einenund bald von der anderen Seite, um abwechselnd die Muffelreihen zuheizen und dann durch die Regeneratoren zur Esse geführt zu wer-den. Muffeln sowohl als Vorlagen haben die gewöhnliche Gestaltund unterscheiden sich von denen der älteren Oefen nicht.

In der Mitte zwischen den Generatoröfen und den mit Regenorativ-system versehenen Oefen stehen die von Boetius eingeführten Zink-öfen, welche in Westfalen und Rheinland, so unter anderen auf denZinkhütten zu Bergisch-Gladbach und Stolberg, Anwendung gefundenhaben. Bei diesen Oefen liegt die Feuerung oder der Generator un-

J ) Ueber Zinköfen mit Regenerativsystem siehe: Berg- u. Hüttenmänn.Ztg. 1867, 362, 1870, 92. Wagn. Jahresber. 1867, 142, 1870, 142.