910 Gruppe III. Chemische Industrie.
unter Druck, nach Lassaigne 3333 mit Kohlensäure gesättigtesWasser.
Chrom saures Kupfer. Das neutrale Salz in ammonia-kalischer Lösung dient in der Färberei und wird nach Stinde 1 )dadurch dargestellt, dass man 1 Thl. zweifach chromsaures Kalium in20 Thln. Wasser löst, 2 Thle. gepulverten Kupfervitriol zusetzt, nacheingetretener Auflösung desselben eine erwärmte concentrirte Sodalösunghinzufügt, die Flüssigkeit nach dem Absetzen des entstandenen braunenNiederschlages abhebert, letzteren erst mit kochendem Wasser, dannmit kaltem auswäscht, durch gelindes Eindampfen in einen dünnenDrei verwandelt und diesen mit Ammoniak von 0‘91 Yol. Gew. ver-setzt. Die entstehende schön dunkelgrüne Flüssigkeit wird rasch durchFlanell filtrirt, auf 26 p. C. .gebracht und in gut verkorkten Flaschenaufbewahrt.
Essigsaures Kupfer (Grünspan). Der Grünspan, dessen Fabri-kation im südlichen Frankreich aus Weintrestern Saintpierre 2 )ausführlich beschrieben hat, ist nach demselben und nach «Pecholierin grossen Dosen sehr giftig, in kleinen, und selbst oft wiederholtenGaben aber vollkommen unschädlich. Unter den Arbeitern der Grün-spanfabriken ist kein Fall von Kupferkolik beobachtet und es fehlt dieChlorose, während der Grünspanstaub wie andere pulverförmige Körperzur Entzündung der Schleimhäute der Aujgenund derKespirationsorganeVeranlassung giebt.
ArseIIkupferfarben. Um diese giftigen Farben, Verbindun-gen von essig- und arsensaurem Kupfer und von schön gelb- oderbläulich-grüner Farbe, von ähnlich grünen, aber kupfer- und arsenfreienFabrikaten zu unterscheiden, z. B. von Chromgrün und Zinkgrün(Mischungen von Chromgelb oder Zinkgelb mit Pariserblau), übergiesstman die Substanz nach Puscher s ) mit einigen Tropfen Ammoniak.Hinterlässt die entstehende blaue Lösung beim Verdunsten des über-schüssigen Ammoniaks ihre blaue Farbe und erscheint ein schmutziggelbgrüner Niederschlag (arsensaures Kupferoxydhydrat), so hat man esmit einer arsenhaltigen Kupferfarbe zuthun; erscheint beim Verdunstender blauen Lösung ein hellblauer Rückstand, so ist die Kupferfarbearsenfrei. Bei fehlendem Kupfer entsteht überall keine blaue Lösung,wenn sich in der Probe nicht Nickeloxyd befindet. — In Sehweinfurter-grün lässt sich nach Abraham 4 ) ohne wesentliche Veränderung dernur einen mehr gelblichen Ton annehmenden Farbe die Essigsäuredurch ihre Homologen (Ameisen-, Butter- oder Valeriansäure) ersetzen,was aber Fittig 5 ) nicht zu constatiren vermag.
4 ) Stinde, Wagn. Jahresber. 1866, 271. 2 * ) Saintpierre, Monit. scientif.
1865, 831. “Wagn. Jahresber. 1865, 362; 1866, 276. 8 ) Puscher, Dingl.
pol. J. CXCII, 325. 4 ) Abraham, Dingl. pol. J. CXCVII, 187. ») Fittig,
Wagn. Jahresber. 1870, 238.