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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kupfer.

vorhandenes Eisenoxydul nicht fallt, wenn nicht zuvor die Lösungmit etwas Salpetersäure oder Chlorkalklösung versetzt worden. InLancashire wird keine dieser Methoden angewandt.

c) Durch Auflösen von Kupfer in Schwefelsäure. Die An-wendung concentrirter Säure hei Kochhitze ist wegen Entwickelung vonschwefliger Säure, somit Verlustes an Keagens und des Erfordernissesder Säure widerstehender theurer Gefässe' weit seltener in Anwendung,als eine Behandlung des granulirten Kupfers mit verdünnter erwärmterSäure in Iiolzgefässen, wobei aber, wenn Lösung erfolgen soll, die Luftzum Kupfer Zutritt haben muss. Dieses Verfahren wurde zuerst imMansfeldscken für nickelhaltiges Kupfer angewandt, dann von Bor-chers in Goslar bei Construction zweckmässiger Löse- und Krystalli-sirvorricktungen zur Trennung des Goldes und Silbers aus Hütten-kupfern benutzt (S. 887). Nachdem dessen Verfahren bekannt ge-worden, wurde 1858 die erste Kupfervitriolfabrik zu Ockerhütte amUnterharze für gold- und silberhaltige Kupfer aus ßammelsbergerErzen eingerichtet und von hier aus hat sich das einfache Verfahrenin alle Welt verbreitet nicht nur für edle Metalle enthaltende Ilütten-kupfer, sondern auch für an solchen freie Kupferabfälle. Nach demockerschen Muster sind unter Anderem grosse Kupfervitriolfabrikenauf dem Oberharze (Altenauer Hütte 1 ) erbaut worden. Kuhle-mann 2 ) hat eine Vergleichung der Oberharzer und Freiberger Methode(S. 887 u. 908) der Vitriolbereitung angestellt.

d) Es erfolgt Kupfervitriol bei anderen Processen als Nebenpro-duct, z. B. bei der Scheidung von Gold und Silber mittelst Schwefelsäure(Frankfurter Goldscheidung 3 ), bei Ziervogels Silberextractions-process u. a.

Die V o 1 u m gewichte von Kupfervitriollösungen hat Gerl ach 4 )in einer Tabelle zusammengestellt und zwar von 1 Proc. (1007Vol. Gew.) bis 25 Proc. Gehalt (1*185 Vol. Gew.).

^ Salpetersaures Kupfer. Dasselbe wird nach Lunge 5 ) inenglischen Fabriken dadurch dargestellt, dass man Kupferblech- undDrahtschnitzel unter Umrühren in einem Flammofen oxydirt, das Oxydin Salpetersäure löst und die Flüssigkeit in küpfernen Kesseln concen-trirt. Eine Tabelle über das Volumgewicht des Kupfernitrates istvon Franz 6 ) mitgetheilt worden.

Kohlensaures Kupfer. Nach Wagner 7 ) braucht 1 Thl.neutrales Kupfercarbonat zur Lösung 4690 Thle. kohlensaures Wasser

i) Wagn. Jaliresber. 1864, 273; Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1871, 427; 1872,

76, 83. 2 ) Kulilemann, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1872, 77. 3 ) Wagn.

Jahresber. 1862, 327. 4 ) Gerlach, Dingl. pol. J. CLXXXI, 129. 5 ) Lunge,

Dingl. pol. J. CXC, 39. 6 ) Franz, Wagn. Jahresber. 1872, 353. 7 ) Wagner,

Dingl. pol. J. CLXXXVII, 50.