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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kupfer. 907

Kupferoxyd. Ein für die organische Analyse geeignetes Prä-parat a ) erfolgt nacli Stanford durch Erhitzen von äquivalentenMengen Kupfervitriol und Soda und Auslaugen der Masse; nach Erlen-meyer durch Lösen von Hammerschlag' oder Kupfer in Salpetersäure,Eindampfen, Glühen und Ueberleiten von feuchter Luft heim Glühen,Erkaltenlassen in trockner Luft; nach Reischauer durch Lösen vongalvanischem Kupfer in Salpetersäure, Versetzen der Hälfte Lösung mitAmmoniak his zum Wiederauflösen des Niederschlages, Erhitzen nachZusatz der anderen Hälfte Lösung zum Sieden, Glühen des gut ausge-waschenen Oxydes.

Chlorkupfer. Das Kupferchlorür löst sich nach Winklerin einer kalten Lösung von unterschwefligsaurem Natrium zu einerklaren gelben Flüssigkeit, welche, in gewöhnlicher Temperatur beiSäurezusatz unveränderlich, beim Erhitzen schwarzes Iiupfersulfür ab-scheidet. Eine solche Lösung (auch eine solche von Kupfervitriol undunterschwefligsaurem Natrium) eignet sich für Collegienversuche, umdie Reactionen des Kupferoxyduls zu zeigen. Ausser in unterschweflig-saurem Natrium löst sich das Kupferchlorür noch in Salzsäure, in denChloriden der Alkalien und Alkalierdmetalle, sowie in Chlorzink, Eisen-chlorür, Manganchlorür, Kupferchlorid 2 ) u. a. Nach Grüne 3 ) istdas Präparat luftbeständig und lässt sich nach Wöhler*) im krystal-linischen Zustande dadurch erhalten, dass man 2 Thle. Kupfervitriolund 1 Thl. Kochsalz in der eben erforderlichen Menge Wasser auflöstund in die Lösung schweflige Säure leitet.

Kupferchlorid ist in Gestalt von Chlorkupferspiritus (8 gKupferchlorid, 16 g Chloroform und 1 1 Spiritus) als Desinfectionsmittelbei der Rinderpest von Clemens s ) empfohlen und es ist eine Tabelleüber das Volumgewicht von Kupferchloridlösungen von Franz 0 ) auf-gestellt worden.

Phosphorkupfer. Nach Abel 7 ) macht 1 /$ p. C. Phosphor dasKupfer leichtflüssiger und zäher, wenn man dasselbe in gusseiserneFormen giesst. Auf dem Stephenson Tube & Comp. Werke 8 ) zuBirmingham stellt man solche Verbindungen mit 1 / s bis Vs p. C. Phos-phor im Grossen dar, welche sich im heissen und kalten Zustandeschmieden, ziehen und walzen lassen und ihre Hauptverwendung zugrossen Walzen für den Kattundruck finden. (Vergl. S. 898.)

Knpfersalze. Schwefelsaures Kupfer (Kupfervitriol). DieDarstellung desselben geschieht:

x ) Stanford, Wagn. Jaliresber. 1863, 369. 2 ) Wagn. Jahresber. 1S70,

113. 8 ) Grüne, Dingl. pol. J. CLXXIII, 151. 4 * ) Wöliier, Dingl. pol. J.

CLXXHI, 151. 6 ) Clemens, Wagn. Jaliresber. 1867, 541. °) Franz, Wagn.

Jahresber. 1872, 353. 7 ) Abel, Erdm. J. f. prallt. Cbem. XCVII, 434.

8 ) Dingl. pol. J. CLXXIX, 374.