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Gruppe III. Chemische Industrie.
von Petroleumäther (Rhigolene, Gasoline) vor, wobei ein aus lockerenSchuppen bestehendes, in einer Atmosphäre von Petroleumdiimpfenabzukühlendes Präparat erfolgt, wenn man das Kupferoxyd in derSehuppenform anwendet, wie es in der organischen Analyse benutztwird. Sonstige Darstellungsmethoden sind noch: Glühen eines Gemengesvon Kupferchlorür mit Soda und Salmiak; Fällen einer Lösung vonessigsaurem Kupfer mit schwefliger Säure; Zersetzen von Kupferoxydulmit Schwefelsäure; Elektrolyse einer Kupfervitriollösung; Fällen einerKupfervitriollösung mit von Fliesspapier oder Baumwollenstoff umhüll-ten Stangen von Stabeisen; Erhitzen einer ammoniakalischen Kupfer-lösung mit Traubenzucker und Kali.
Das Kupferpulver dient, durch Zink- oder Cadmiumdämpfe cemen-tirt, zur Darstellung von Bronzefarben, zur Bereitung von Kupfer-amalgam u. dergl.
Kupfer oxyde. Kupferoxydul. Ein schönes wasserfreies
Präparat zum Glasfärben erfolgt nach Böttger J ) durch Auflösen von1 Thl. Kupfervitriol, l 1 /^ Thln. Seignettesalz (weinsaures Kaliumnatrium)und 2 Thln. weissem Rohrzucker in einer Porcellanschale in 12 Thln.destillirtem Wasser, Erhitzen unter Umrühren, Zusatz von l 1 /^ Thln.Aetznatron, etwa einstündiges Kochen, bis die dunkelblaue Flüssigkeitfarblos geworden, Decantiren der über dem abgeschiedenen Kupferoxydulstehenden Flüssigkeit, mehrmaliges Aussüssen des Präparates auf einemFilter, Auswaschen mit Alkohol und Trocknen. — Gleiche Gewichts-theile Kupferoxyd und kohlensaures Ammonium innig gemengt und überdem einfachen Bunsen’schen Brenner in einer Glasröhre bis zum Auf-hören des Ammoniakgeruches erhitzt, geben nach Schiff 3 ) leicht zer-reibliches Kupferoxydul, bei grösserer Menge kohlensauren Ammoniumsaber metallisches Kupfer. — Das Kupferoxydul zersetzt die Lösungenvon Chlormagnesium, Chlorzink, Manganchlorür u. s. w. unter Abschei-dung von Oxydhydraten der betreffenden Metalle und Bildung von lös-lichen Doppelsalzen; mit Eisenchlorür giebt dasselbe Eisenoxyd, Kupfer-chlorür und metallisches Kupfer, während Kupferoxyd mit EisenchlorürKupferchlorid, Kupferchlorür und Eisenoxyd erzeugt (Grundlage desDouglasprocesses 3 ) zur Kupfergewinnung).
Kupfer oxydulammoniak ist nach Wagner 4 ) ein sehr kräf-tiges Reductionsmittel und kann unter Anderem zur Herstellung vonSilberspiegeln, zur Fällung des Silbers für technische und analytischeZwecke, sowie zur Ueberführung des Nitrobenzols in Anilin dienen. —Die schon von Schweitzer beobachtete Löslichkeit von Cellulose inKupfer oxydammoniak zeigt sich besonders nach Skey 5 ) bei
dessen Einwirkung auf Filtrirpapier.
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*) Böttger, Diugl. pol. J. CLXXI, 78. 2 ) Schiff, Wagn. Jahresber.
1864, 274. 3 ) Wagn. Jahresber. 1870, 112. 4 ) Wagner, Wagn. Jahresber.
1863, 368. 6 ) Skey, Wagn. Jahresber. 1867, 551.