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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kupfer.

Stadt, wo Kohle als ausschliessliches Brennmaterial dient, eine hell-grüne Bronze unter diesen Umständen nicht bilden, so wird sie dochselbst bei dunkler Farbe die übrigen Eigenschaften einer Patina, dieeigenthümlich durchscheinende Beschaffenheit der Oberfläche, besitzen.Auch Elster 1 ) hat diesen Gegenstand weiter verfolgt. Durch Ab-waschen schwarz gewordener Statuen mit verdünnter Kalilauge hat mandie darunter vorhandene grüne Patina blossgelegt, indem sich in derLauge die organischen Substanzen lösen und vorhandenes basischschwefelsaures Kupfer etc. hervortritt. Priwoznik 2 ) unterschiedin einem auf alter Bronze vorhandenen Ueberzuge drei Schichten, eineäussere indigblaue von Einfach-Schwefelkupfer, die zweite schwarzgrauevon Halbschwefelkupfer; die dritte schwarze enthielt 23'2 Proc. Zinnund die zufälligen Bestandtheile der Bronze, als Arsen, Antimon undNickel. Riehe 3 ) hat Kupferzinnlegirungen auf ihre Dichtigkeituntersucht und gefunden, dass dieselbe von der zinnreichsten LegirungSn 5 Cu bis zu der Legirung Sn Cu 2 ziemlich regelmässig, von da ababer plötzlich rasch zunimmt, um in Sn Cu 3 ihr Maximum zu erreichen.Dann nimmt die Dichtigkeit ab bis zur Legirung Sn Cu 5 , steigt hieraufwieder ziemlich regelmässig, jedoch derart, dass die Dichtigkeit derkupferreichsten Legirung, Sn Cui ä (Kanonenbronze mit 89 Proc. Kupfer),noch geringer bleibt, als diejenige der Legirung Sn Cu 3 mit 65 Proc.Kupfer, 'welche sich in allen ihren Eigenschaften, z. B. durch grosseSprödigkeit, krystallinisch körnige Structur, bläuliche Farbe, von denübrigen Legirungen unterscheidet. Der Erstarrungsgrad der Verbin-dungen Sn Cu 3 und Sn Cu^ liegt zwischen dem Schmelzpunkte des An-timons und dem Siedepunkte des Cadmiums. Alle Zinnkupferlegirungen,ausser SnCu 3 und Sn Cu 4 , entmischen sich beim Erstarren, d. h. diezuerst erstarrenden Quantitäten haben eine andere Zusammensetzungals die im geschmolzenen Zustande verharrenden; indess ist diese Nei-gung, sich zu entmischen, geringer als bei Legirungen von Kupfer undSilber. Während Stahl beim Ablöschen an Dichtigkeit verliert, härterwird und beim Anlassen das Volumgewicht wächst, so verhält sichBronze gerade umgekehrt, ihre Dichte nimmt beim Ablöschen zu, siewird dabei weicher und beim Erwärmen vermindert sich das Volum-gewicht. Durch Hämmern und Stoss verdichtet sich die Bronze beträcht-lich, Stahl wird durch Stoss kaum verändert. Diese Eigenschaften derBronze müssen bei Anfertigung musikalischer Instrumente, wiesie die Chinesen unter dem Namen Gong-Gong und Tam-tams mitcirca 20 Proc. Zinn- und 80 Proc. Kupfergehalt fabriciren, beachtetwerden. Das chinesische Verfahren, um das gegossene Metall dünn zumachen, besteht darin, den Guss bei hoher Temperatur rasch unter

!) Elster, Ding-l. pol. J. CXCIX, 427. 2 ) Priwotznik, Dingl. pol. J.

OCIV, 483. 3 ) Eiche, Monit. scientific. 1869, 824.

Wiener Weltausstellung. III.

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