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< Gruppe III. Chemische Industrie.
IV 2 Messing. — Eine antike Legiruug aus den Ruinen von Medellinin Neu Granada enthielt nach Damond 1 ) 52'35 Kupfer, 35’49 Goldund ll - 94 Silber. — Römische Münzen 2 ): Volusianus mit 33'18 undPosthumus mit 17'38 Proc. Silber. — Legirungen von Silber, Kupfer,Cadmium und Gold sind von Abel 3 ) für Juwelierarbeit empfohlen worden.
Die Analysen von einer grossen Reihe alter Silbermünzen hatv. Bibra 4 ) mitgetheilt.
Kupfer und Quecksilber (Kupferamalgam). Zur Herstellungdesselben werden nach Gulielmo 5 ) J 1 ^ Thle. gepulverter Kupfervitriol,3 V 2 Thle. Quecksilber und 1 Thl. Eisenpulver in einer Porzellanschalemit 12 Thln. "Wasser von 60 bis 70° C. so lange zusammengerieben, bis dieüberstehende Flüssigkeit eine gelblich grüne Farbe" angenommen hat. Vondem gebildeten Amalgam werden dann die Kupfer- und Eisentheilchenabgeschlämmt. Joule 6 ) erzeugt das Amalgam durch elektrolytischeAusscheidung der Metalle aus ihren Salzlösungen, Löw 7 ) durchBehandeln von Kupferstaub (erhalten durch Reduction von Kupfer-oxyd mittelst Leuchtgases oder Fällen des Kupfers aus mit Salzsäureversetzter Kupfervitriollösung durch Zink) mit Quecksilber undQui ckwasser (salpetersaurem Quecksilber). Das dickflüssige, breiigeKupferamalgam dient als Kitt zum hermetischen Verschluss von Por-zellan- und Glasröhren, zur Reproduction von gravirten oder geätztenStahlplatten, hauptsächlich aber als Zahnkitt. Cadmiumamalgam so-wie eine amalgamirte Verbindung 8 ) von 6l'l Zinn, 38'8 Silber undO'l Kupfer behalten im Munde ihre Weisse, während das Kupferamal-gam in hohem Grade dunkelt.
Kupfer und Zink (Messing, Gelb-, Roth- und Weissguss).Geber die technisch wichtigen Eigenschaften des Messings und seineVerwendung hat Percy 9 ) ausführliche Mittheilungen gemacht. DemMessing lässt sich ein schönes moire 10 ) ertheilen, wenn man denGegenstand in einer concentrirten Kupfervitriollösung kocht, welcheeinige kleine Eisennägel enthält. — Behufs des Emaillirens u )muss die Legirung zuvor verkupfert werden und einen Bleiüberzug 12 )ertheilt man derselben, sowie auch dem Kupfer durch Eintauchen ineine heisse Lösung von Bleioxyd in alkalischer- Lauge und Berührungdes Gegenstandes mit einem Zinnstab, während sich eine fest haftendeVerkupferung nach P u s c h e r 13 ) hervorbringen lässt durch Ein-tauchen der Gegenstände während etwa 1 Minute in eine heisse Auf-
1 ) Damond, Mon. scientif. 1867, 152. 2 ) Wagn. Jaliresber. 1864, 124.
s ) Abe 1, Dingl. pol. J. CLXVII, 288. 4 ) v. Bibra, Wagn. Jaliresber. 1872, 197.
B ) Gulielmo, Dingl. pol. J. CLXIX, 398. 6 ) Joule, Wagn. Jaliresber. 1864,
141. 7 ) Löw, Dingl. pol. J. CLXXXYI, 156. 8 ) Dingl. pol. J. CXCYI, 480.
IJ ) Perey, Wagn. Jahresber. 1863, 167. 10 ) Wagn. Jaliresber. 1862, 142.
n J Wagn. Jaliresber. 1862, 142. 12 ) Wagn. Jaliresber. 1862, 143. 13 ) Pu-
scher, Ding], pol. J. CC, 47.