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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Kupfer. 891

der beiden Bestandtbeile. Kupferzinklegirungen haben sämmtlich die-selbe Krystallform. Das Wärmeleitungsvermögen des Kupfers wird raschdurch Zusatz eines Metalles der ei'sten Classe verringert; die Leitungs-fähigkeit für Elektricität ist stets geringer, als das berechnete Mittel.Während eine Kupferdrahtspirale bei 500 g Belastung gerade gezogenwurde, so hielt eine Kupferzinnlegirung diese Belastung aus, ohne dieSpiralform zu verlieren.

Die Zerreissungsbelastungen waren bei verschiedenen Drähten vongleichem Durchmesser folgende: hartgezogener Kupferdraht etwa 15 Kg,Zinn 3 - 5 Kg, hartgezogene Kupferzinnlegirung 40 bis 45 Kg, Zinn-kupferlegirung etwa 3'5 Kg. Schliesslich wird noch ein Factor mit-getheilt, welcher, wenn er mit der Zahl multiplicirt wird, die das elek-trische Leitungsvermögen eines Metalles in einer Legirung ausdrückt,den elektrischen Werth eines Metalles in der Legirung angiebt.Bischof 1 ) hat eine neue Methode zur Prüfung von Metallen und Le-girungen auf ihre Härte darauf basirt, dass gleichmässig 'ausgewalzteStücke derselben sich um so öfter hin und her biegen lassen, ehe siebrechen, je reiner sie sind. Wird die Biegungszahl des Zinks = 100gesetzt, so ist sie z. B. für Zink mit 5 Proc. Kupfer = 80, mit 1 Proc.Kupfer = 61, mit 0 - 5 Proc. Kupfer = 54. Zum Färben von Me-talllegirungen erzeugt Puscher 2 ) auf denselben einen Niederschlagvon Schwefelmetall, auf dessen färbende Eigenschaften bereits Wagner 3 )aufmerksam gemacht hat. Man löst 50 g unterschwefligsaures Natriumin V 3 1 Wasser, giesst in dasselbe eine Lösung von 15 g Bleizuckerin 250 ebem Wasser, erhitzt die klare Lösung von unterschwefligsauremBleinatrium auf 85 bis 100°C. und taucht die zu färbende Legirungin dieselbe ein, wobei sich Schwefelblei darauf absetzt und prächtigeLüstrefarben erzeugt. Schwefelsaures Kupfer oder Antimonverbin-dungen statt essigsauren Bleies angewandt, bringen ähnliche Fär-bungen hervor.

Kupfer und Gold. Japanesische Legirung 4 ) Shakdo, mit 1 bis10 p. C. Gold, wird nach dem Sieden in einer aus Kupfervitriol, Alaun undGrünspan bestehenden Beize bläulich schwarz; zu Degen- und Schwerter-scheiden, Schnallen, Spangen etc. Loth dafür: 3 Shakdo und 10 Zink.

Kupfer und Silber 5 ). Japanesische Legirung Gin shi bu ichimit 30 bis 50 Proc. Silber, zu Verzierungen von Hiebwaffen und Tabaeks-pfeifen etc., mit der obigen Beize eine graue Farbe gebend. Durch Aus-hämmern über einander gelegter Platten von Gold, Shakdo, Silber,Kupfer und Kupfersilber entsteht das Mokume genannte Fabrikat.Loth für Gin: 10 Silber, 5 Messing, 3 Zinn; für Mokume: 10 Silber,

J ) Bischof, Dingl. pol. J. CXCIX, 466. 2 ) Puscher, Dingl. pol. J.

CXC, 421. 3 ) Wagner, Wagn. Jahresber. 1867, 287. 4 ) Dingl. pol. J.

CLXXXIII, 289. B ) Dingl. pol. J. CHI, 289.