Kupfer. 879
Kochen das Kupfer durch unterschwefligsaures Natrium ausfällt, dasSchwefelkupfer in Salpetersäure löst, die Lösung ammoniakalisck macht,mit Cyankalium titrirt und das Zink aus der Differenz findet. Bal-ling 1 ) hat Tabellen entworfen, welche den Gehalt an metallischemKupfer und Halbschwefelkupfer für die verschiedenen Mengen gebrauch-ter Normalcyankaliumlösung nachweisen.
Die zur Verbesserung der schwedischen Probe (Fällen desKupfers durch Eisen oder Zink) gemachten Vorschläge beziehen sich:
a) Auf möglichst vollständige Lösung des Kupfers in Schwefelverbin-dungen, welche nach B olley 2 ) dadurch erzielt wird, dass man die Substanzin einer 10 cm weiten Porcellansehale mit aufgelegtem Uhrglase mitSchwefelsäure, Wasser und Salpetersäure erwärmt, einige Zeit zum Siedenerhitzt, zur Trockne dampft, die Schale stark bis zum Verbrennen des freienSchwefels erhitzt, die Masse mit etwas Salpetersäure und Schwefelsäurebefeuchtet, abermals zur Trockne dampft, durch stärkeres Erhitzen wiederSchwefel verbrennt und nöthigenfalls diese Procedur zum dritten Malewiederholt. Auch kann man die Probe mit Salzsäure unter jeweiligemZusatz von chlorsaurem Kali oder einigen Tropfen Salpetersäure erhitzen,dann mit Schwefelsäure bis zum Erscheinen weisser Dämpfe kochen.Wurtz 3 ) schliesst das Kupfererz durch Erhitzen mit saurem schwefel-sauren Kalium auf.
b) Auf Beseitigung eines Antimon- und Arsengehaltes 4 ), welcherbeim Behandeln der Probesubstanz mit Königswasser antimon- undarsensaure Salze giebt. Diese werden beim Eindampfen der Lösungmit Schwefelsäure zerlegt; es scheiden sich Arsensäure und Anti-monsäurehydrat ab, welches letztere zum grossen Theil als solchesoder als basisch schwefelsaures Antimon ungelöst bleibt, während dieArsensäure in die Kupferlösung gellt und durch Eisen oder Zink ausderselben neben Kupfer alles Arsen und eine geringe Menge Antimonniedergeschlagen werden. Zur Entfernung eines Arsengehaltes wirddie Probe sorgfältig für sich, dann unter Zusatz von Kohle, auch wohlvon etwas Schwefelkies bei nicht zu hoher Temperatur geröstet. Ge-ringe Mengen von Antimon bleiben unberücksichtigt; grössere werdendadurch beseitigt, dass man die Substanz, nach dem Eindampfen zurTrockne mit Schwefelsäure, mit Aetzkali im Silbertiegel schmilzt, dasgebildete antimonsaure Kalium mit Wasser auslaugt, dann den Rück-stand in Salzsäure oder Schwefelsäure löst und das Kupfer durch Eisenoder Zink ausfällt.
J ) B allin g, Berg- u. Hiittm. Jahrb. der Bergakademien zu Pribram,
Leoben etc. XX, Prag 1872. 2 ) Bolley, Handb. d. teclm. ehern. Untersuchungen
1874, 331. 8 ) Wurtz,-Zeitschr. f. Cliem. von Beilstein etc. 1867, 10, 718.
4 ) v. Kripp, Oesterr. Ztsclir. L Berg- u. Hiittenw. 1868, 48.