SCO
Gruppe ILI. Chemische Industrie.
aber mit sehr wenig Ausnahmen die nicke]- und kobalthaltigen Erzearm an diesen Metallen und meist reich an Eisen sind und es tech-nisch unmöglich ist, auf nassem Wege Producte zu verarbeiten, dieeine grössere Menge Eisen enthalten, so muss der Darstellung desNickels und der Kobaltproducte auf nassem Wege stets eine Concen-tration des Nickels und Kobalts auf trockenem "Wege unter Abschei-dung der grösstmöglichsten Menge Eisen vorausgehen.
Trennung des Eisens auf trockenem Wege.
Die vollständige Abscheidung des Eisens aus nickel- und kobalt-haltigen Arsenmetallen bietet keine grossen Schwierigkeiten, da Eiseneine viel geringere Verwandtschaft zum Arsen hat als Kobalt undNickel; schwieriger, und ein bis vor Kurzem nur unvollkommen gelöstesProblem, war die vollständige Abscheidung des Eisens aus kobalt-und nickelhaltigen Schwefelmetallen; es ist in der That der NeuzeitVorbehalten gewesen, diese Trennung in befriedigender Weise zu bewerk-stelligen. Hierdurch ist nicht allein die Fabrikation des Nickels minderkostspielig geworden, sondern das Nickel, besonders das auf trockenemWege dargestellte, hat auch, weil von besserer Qualität, neue undausgedehntere Absatzquellen finden können. Die grosse Schwierigkeitder vollständigen Abscheidung des Eisens durch successive Röstungenund Schmelzungen oder durch Schmelzen der geschwefelten Producteim oxydirenden Gebläsefeuer liegt darin, dass Nickel und Kobalt nahezudieselbe Verwandtschaft zum Schwefel haben als Eisen, und dass manbei dem bisher allgemein gebräuchlichen Gange früher eine solcheQuantität Schwefel aus dem vom Eisen zu reinigenden Producte ent-fernte, als nöthig war um die Metalle auf der niedrigsten constantenSchwefelungsstufe zu erhalten. — Trat, wie fast immer, der Fall ein,dass Schwefel vom Kobalt- und Nickelsulfür getrennt wurde noch ehealles Eisen durch Oxydation entfernt war, so war letzteres nicht mehrvollständig und immer nur mit grossen Verlusten an Nickel undKobalt aus dem kobaltnickelhaltigen Producte zu entfernen. Höchstwahrscheinlich hat dies seinen Grund in der Existenz einer sehr con-stanten Legirung aus 2 Atomen Eisen und 1 Atom Nickel (Fe 2 Ni). —Durch Zusammenschmelzen von 34Y2 Theil Nickel mit Theil
Eisen kann man in der That diese Verbindung leicht in schönenKrystallen erhalten und man findet sie zuweilen genau von dieserZusammensetzung in langen prismatischen Säulen in Nickelsteinen,die aus zu stark gerösteten Producten fallen.
Die jetzt auf einigen Hütten angewendete Methode der Eisen-abscheidung beruht auf dem zuerst auf den Freiberger Hüttenwerkenstudirten Verhalten eines Gemisches von Bariumsulfat und Quarzsandgegen Schwefelmetalle.