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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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1'365 ersetzen und dieselbe mit dem Chlorsäuren Kalium gemengt, unterallmäligem Zusatz der angegebenen Menge Braunstein eindampfen, biseine herausgenommene Probe nach dem Erkalten krystallinisch erstarrt.Sobald dieser Zeitpunkt gekommen, lässt man die Temperatur steigen,und wenn die Masse krümlich trocken erscheint, füllt man sie in eineneisernen Grapen, in welchem sie zum Rothglühen erhitzt wird. Nachdem Erkalten wird der Inhalt des Grapens in Stücke geschlagen undmit ungefähr 200 bis 220 Thln. Wasser (der etwa 15 bis 17fachenMenge) übergossen, oder auch in 200 Thln. kochendes Wasser einge-tragen. Die Lösung wird zur Klärung 24 Stunden sich selbst über-lassen. Dann zieht man den klaren Theil durch einen Heber in Stein-oder Glasflaschen von dem Bodensätze ab, wäscht letzteren aus undtrocknet ihn. Der so hinterbleibende Rückstand kann an . Stelle desBraunsteins für die Fabrikation verwerthet werden, indem man für10 Thle. Braunstein 12 Thle. des Rückstandes anwendet. Kurznach Veröffentlichung dieser Vorschrift wurde in dem HamburgerGewerbeblatt 1 ) ein Verfahren bekannt gemacht, welches die Anwen-dung des theuren chlorsauren Kaliums umgeht und letzteres durch einbilligeres Oxydationsmittel, den Kalisalpeter, ersetzt. Natronsalpeterwurde zu diesem Zwecke als nicht tauglich befunden, da derselbe sichschon bei einer Temperatur zersetzt, die zur Bildung des maugansaurenAlkalis nicht hinreicht. Nach dem angeführten Blatte erhitze man ineinem eisernen Grapen 10 Thle. Natriumhydroxyd und 1 Thl. Kali-salpeter zum Schmelzen und trage nach und nach stark erhitzten Braun-stein von mindestens 80 p. C. unter Umrühren ein. Letzterer, musseine solche Temperatur haben, dass im Tiegel durch das Einträgenkeine Unterbrechung des Schmelzern stattfindet. Die Operation ist alsbeendet anzusehen, wenn eine Probe sich in Wasser mit tief grünerFarbe auflöst. Alsdann wird der Grapen mit einem vorher glühendgemachten Schöpflöffel entleert und nach dem Abkühlen sogleich frischbeschickt. Ein Arbeiter kann so in drei Grapen an einem Tage 2 Ctnr.mangansaures Natrium fabriciren. Das zum Auflösen des im Kesselzurückbleibenden Schlammes dienende Wasser wird entweder zum Auf-lösen einer neuen Schmelze benutzt, oder in dasselbe auf 15° abge-kühltes Chlorgas bis zur Sättigung eingeleitet und die mit Chlorgesättigte Flüssigkeit sodann als besonderes Desinfectiousmittel ver-werthet.

Zur Darstellung festen übermangansauren Kaliums hat J. C. Sticht 2 )eine von der Gr aegers nicht wesentlich abweichende Vorschrift gegeben.Man dampfe in einem eisernen Kessel 500 Thle. frisch bereitete Kali-

*) Hamb. Gewerbebl. 1866, Nr. 84. 2 ) J. C. Sticht, Wittstehi's

Vierteljalirssclir. XV, 259. Polyt. Centralbl. 1867, 614. Deutsche ludustrieztg,1867, 198.