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Gruppe III. Chemische Industrie.
Darstellung der Manganate und Permanganate. Die älte-ren Vorschriften vonWöhler, Gregory und Böttger mussten erst ver-schiedene Modificationen erfahren, ehe sie den Anforderungen der Tech-nik an ein gutes Verfahren in allen Fällen genügen konnten. Sie gehenzu häufig schlechte Ausbeuten, welches wenigstens zum Theil in demungleichen Gehalt des angewendeten Manganerzes an Mangansuper-oxyd, zum Theil auch in der Schwierigkeit begründet ist, den Braun-stein in ein unfühlbares Pulver zu verwandeln. Zur Vermeidung dieserUebelstände wendet Graeger J ) statt des natürlichen ein künstlichesManganoxyd an, welches er aus den bei der Chlorbereitung abfallendenLaugen durch Fällen mit kohlensaurem Natrium (nachdem vorher durchZusatz.einer genügenden Menge des kohlensauren Alkalis das Eisenentfernt worden war) und Glühen des entstandenen Mangancarbonatserhält. Er schmilzt 130 Thle. dieses Manganoxydes mit 184 Thln.Kaliumhydroxyd unter Zusatz von 100 Thln. chlorsaurem Kalium, wobeieine Umsetzung nach folgender Gleichung vor sich geht:
Mn 2 O s -f K CI 0 3 + 4 H KO = 2 K Mn 0 4 + K CI + 2 II 3 0.
Aus 1 Mol. Manganoxyd entstehen also 2 Mol. Kaliummanganat.Die oben angeführten Gemengtheile entsprechen ungefähr den ausobiger Gleichung sich theoretisch ableitenden Verhältnissen. Um dasKali, welches möglichst kohlensäurefrei angewendet werden muss, ininnige Berührung mit dem Manganoxyd zu bringen, empfiehlt es sich,die nöthige Menge einer dem Gehalte nach bekannten Kalilauge mitdem chlorsauren Kalium rasch einzudampfen, während man das Man-ganoxyd unter Umrühren einträgt. Die eingetrocknete Masse wirddann höher erhitzt, wobei sie schmilzt, und U 4 Stunde in schwacherRothgluth erhalten. Die Schmelze enthält mangansairres Kalium undlöst sich in Wasser mit grüner Farbe auf. Um das mangansaureSalz in übermangansaures überzuführen, leitet man durch eine wässerigeLösung einen Strom Kohlensäuregas, bis ein Tropfen auf weissem Fil-trirpapier einen rein rothen Fleck hinterlässt, und dampft alsdann diedurch Marmor filtrirte Flüssigkeit zur Krystallisation ab.
Entsprechend dieser Graeger’schen Vorschrift zur Darstellungdes übermangansauren Kaliums wird nach der Pharm. Centralhalle 2 )übermangansaures Natrium durch Erhitzen von 12 Thln. Natrium-hydroxyd mit 10 Thln. chlorsaurem Kalium und 18 Thln. feingepul-vertem Braunstein erhalten. Man wird auch hier vprtheilhaft die12 Thle. festen Natriumhydroxyds durch 36 Thle. einer möglichst kohlen-säurefreien Lauge von 1'337 Vol.-Gew. oder 34 Thle. einer solchen von
*) Graeger, Jonrn. f. prakt. Chem. XCVI, 169. Polyt. Centralbl. 1866,137. Chem. Centralbl. 1866, 47. 2 ) Vergl. auch Wagn. Jahresber. 1863,
356; 1865, 363.