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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Farbe als ein violettes Pulver, welches den Namen Mangan- oderNürnberger Violett führt. Zusatz einer Eisenverbindung zur erstenSchmelze nuancirt die Farbe nach blau hin.

Ausser den bereits angeführten schwarzen, braunen und violet-ten Pigmenten ist nur noch einer Classe von grünen ManganfarbenErwähnung zu . thun, welche ihre Färbung dem Bariummanganatverdanken. Zu ihrer Darstellung sind verschiedene Vorschriften ge-geben worden'. Kosenstiehl 1 ) erhält ein solches Mangangrün durchGlühen eines feuchten Gemenges von 3 bis 4 Thln. Baryt, 2 Thln.Bariumnitrat und 05 Thln. Braunstein. Er wäscht die geglühteMasse mit wenig heissem und hernach mit kaltem Jasser, worindas mangansaure Barium unlöslich ist, aus. Die entstandene Farbestellt ein smaragdgrünes krystallinisches Pulver dar, welches sich imtrockenen Zustande sehr haltbar zeigt und auf entchlortem Papier oderGeweben durch Bindemittel wie Leim und Albumin befestigt werdenkann. Sie wurde unter dem NamenRosenstiehl-Grün (Vert tiges deroses!) in den Handel gebracht. L. Sch ad 2 ) empfiehlt, der Masseetwas Schwerspath oder Porzellanerde zuzusetzen, um sie unschmelzbarerzu machen und eine innigere Mischung zu erzielen. Folgendes sinddie von ihm angewandten Verhältnisse:

14 Thle. Manganoxyd80 Bariumnitrat

6 Schwersjaath

oder

24 Thle. Mangannitrat46 Bariumnitrat

30 SchwersjJath

Man erhitze ein nach obigen Gewichtsverhältnissen aus genanntenMaterialien hergestelltes inniges Gemenge bis es schön grün geworden.Durch Mahlen der erkalteten Masse unter Wasserzufluss erhält m$.nsofort die gewünschte grüne Farbe als feines Pulver, dessen Beständig-keit wesentlich erhöht wird, wenn man es noch im feuchten Zustandemit circa 5 p. C. Gummi arabicum oder Dextrin versetzt.

So schön diese Farben auch sind, so hat es ihnen doch bis jetztnicht recht gelingen wollen, in Aufnahme zu kommen. Nur in ganzvereinzelten Fällen sieht man sie in Anwendung. Fast eben so wenigGebrauch hat man von den Salzen des Manganoxyduls zu machen

1 ) Rosenstiehl, Rapport sur le eoncours pour le prix Bonfils, parJ. Nickles, 1865, 6 u. 18. Journ. de pharm, et de cliim. XXXV, 233;XLVI, 344. Dingl pol. J. OLXXVII, 409. Polyt. Notizhl. 1865, 264. DeutscheIndustrieztg. 1S65, 368. Archiv d. Pharm. CXXIII, 146. 2 ) L. Schad,

Deutsche Industrieztg. 1865, 118.