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Gruppe III. Chemische Industrie.
das Gemenge in einem Graphittiegel einige Stunden einer intensivenHitze auszusetzen. Man erhält dann in einer Operation die gewünschteLegirung. Der letztere Weg wurde auch von Allen 1 ) eingeschlagen,welcher jedoch statt des Braunsteins ein künstliches aus den Chlor-rückständen bereitetes Manganoxyd oder Mangancarbonat anwendeteund die Erhitzung in einem Flammofen (Siemens’ Regenerativgas-ofen) vornahm. Neben den schon angeführten Legirungen stellte eraber auch Mangan-Kupfer-Zinn und Mangan-Kupfer-Blei in grössererMenge dar und legte Proben davon in der manniehfachsten Verarbeitungund Form im Jahre 1870 der British Association vor.
Eine andere Classe von Manganlegirung hat dagegen schon seitlängerer Zeit eine grosse Rolle in der Industrie und zwar für die Erzeu-gung von Bessemerstahl gespielt. Den Stahlproducenten war es schonseit Jahren bekannt, dass die guten Eigenschaften eines Gussstahlsdurch einen gewissen Mangangehalt wesentlich bedingt werden. Daherträgt man Sorge, dem Gussstahl bei der Fabrikation die nöthige MengeMangan zuzuführen und dies geschieht gewöhnlich durch Eisenman-ganlegirungen, sogenanntes Ferromangan, dessen Herstellung heuteeinen wichtigen Nebenbetrieb der Bessemerstahlwerke bildet 2 ).
Das bekannte rheinische Spiegeleisen ist ein solches Ferromanganvon durchschnittlich 7 bis 11 p. C. Mangangehalt, mit dessen Hilfeman weiche Sorten Bessemerstahl, aber nur unter grossen Schwierig-keiten, erblassen kann; man bedarf hierzu weit manganreicherer Eisen-legirungen und diese werden jetzt in verschiedener Güte an vielen Ortenerzeugt. Das von Bessemer selbst patentirte, ziemlich kostspieligeVerfahren wurde zuerst von Prieger in Bonn zur Ausführung ge-bracht, welcher Legirungen bis zu 60 p. C. Mangangehalt lieferte, indemer in einem Graphittiegel ein Gemenge von Gusseisengranalien, Man-gansuperoxyd, gepulvertem Flaschenglase und Holzkohle genügendlange einer möglichst hohen Temperatur aussetzte. Je stärker man dieMasse erhitzt, desto manganreicher fällt die Legirung aus. W. Hen-derson in Glasgow wurde ein Verfahren patentirt, welches von demBessemer’schen bedeutend abweicht. Er erhitzt auf der aus Coke-pulver hergestellten Herdsohle eines Siemens’schen Ofens ein innigesGemenge von Mangancarbonat, Eisenoxyd und Holzkohlenpulver mittelstder reducirenden Flamme mehrere Stunden zum Rothglühen und erhälteinen Metallschwamm, der die beiden aus den Oxyden reducirten Metalleenthält. Wird hierauf die Temperatur bis zur Weissglühhitze gestei-gert, so fliessen die Metalle zu einem Regulus zusammen, dessenMangangehalt sich auf 20 bis 30 p. C. stellt. Thomson setzt derMasse auf 100 Thle. Manganerz noch 30 Thle. Kochsalz und 10 Thle.Kalk zu. Indem das Kochsalz schmilzt, bildet es eine Decke, welche
’) Allen, a. a. O. 2 ) Vergl. auch den Aufsatz über Eisen, S. 780 u. 826.