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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

bares Material zu erhalten, wurde sogenanntes Parry-Metall darge-stellt, d. h. das Roheisen wurde erst gepuddelt, um den Phosphor zu entfer-nen, die Luppenstäbe wurden dann in einem Cupolofen unter Wiederauf-nahme von «Kohlenstoff geschmolzen und das so erhaltene, aber immer«och an «Kohlenstoff arme Metall in den Convertor gebracht. Dochwar, wie vorauszusehen, dieses Verfahren theurer, als wenn man fort-gefahren hätte, in Königshütte Hämatitroheisen aus Cumberland mitSpiegeleisen aus Siegen zu verarbeiten! Es wurde demnach hier ge-zeigt, wie man es nicht machen müsse. Gleichwohl wird die ParryseheMethode auf den Victoria Iron Works zu Ebbw Vale in Südwales mitvier Convertoren ausgeführt. Die Luppenstäbe werden dort mit Kalkim Cujiolofen umgeschmolzen und sollen dabei 2 p. C. «Kohlenstoffaufnehmen. Die Convertoren sind ähnlich wie die schwedischen Oefenüber dem Boden mit Seitendüsen versehen und werden mit einer Gas-feuerung weissglühend gemacht, ehe man 20 bis 30 Ctr. geschmol-zenes Parry-Metall einfliessen lässt. Die Charge wird dann mit Windvon 10 bis 15 Pfd. Pressung in 8 Minuten mit Zusatz von 10 p. C.Spiegeleisen und bei 10 bis 11 p. C. Abgang im Convertor zu StahlVerblasen.

Ueber die während des Verblasens im Sturzofen, nach der ge-wöhnlichen englischen Methode, aus demselben entweichenden Gasehat G. J. Snelus zu Ilowlais wichtige Untersuchungen angestellt. Beieiner Chargendauer von 18 Minuten fand er die Gase znsammengesezt,wie folgt nach .Minuten;

2.

4.

6.

10.

12.

14.

10-71

8-59

8-20

3-58

2-30

1-34

0-92

3-95

4-52

19-59

29-30

31-11

88-37

0-88

2-00

2-00

2-16

2-00

86-58

85-28

74-83

66-24

65-55

Es fand sich keine Spur von Kohlenwasserstoff vor, doch zeigendie Analysen, dass der a Kohlenstoff der Charge fast nur zu Kohlenoxyd,wie auch im Puddelofen, verbrennt und zwar in immer gesteigerterProportion bis zum Schlüsse des Processes, wobei die Kohlensäure be-ständig an Menge- abnimmt.

Professor Roseoe 3 ) zu Manchester kam 1863 zuerst auf den Ge-danken, die Bessemerflammen mit dem Spectroskop zu untersuchen, und zugewissen Zeiten fand er im Spectrum derselben charakteristische helleLinien- und Absorptionsstreifen, die von Natrium, Lithium, Kalium undKohlenstoff herrühren. Derselbe machte bei einer späteren Unter-

B Snelus, Chem. News 1871, Nr. 619, 159; Berg- u. Hiittenm. Ztg. 1871,422. 2 ) Roseoe, Phil. Mag. V, 318; Dingl. pol. J. CLXIX, 155.