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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

dem gänzlich entkohlten Eisen davon so viel mitgetheilt, dass es wie-der den Zustand des Stahls annimmt, den es schon einmal, am Endeder zweiten Periode, hatte.

Nach vielfachen Versuchen hat sich in England das graue Hämatit-roheisen von Barrow-in-Furness, Cleator Moore und Workingtonals am geeignetsten gezeigt und dasselbe wird auch häufig aufdem Continente angewendet. Es enthielten a. Cumberland - Hämatit-Roheisen Nr. bis 3; b. ebensolches von Workington Nr. 1; c.dito Nr. 2; d. dito von Cleator Moore. (Vergl. auch oben Hochofen-betrieb und Constitution des Roheisens).

aC

ßC

Si

P

S

Mn

Ca

a.

0'08

3-30

4-50

0-04

0-09

0-57

b.

3-89

2-38

Spr.

o-oi

0-098

Spr.

c.

0-236

3-852

2-195

0-070

0-012

0-153

0-062

d.

4-44

1-29

0-09

o-oi

0-03

Spr.

Die vorstehenden Analysen zeigen ein gaares und reines Roheisenvon hohem Kohlenstoff- und Siliciumgehalt; dagegen ist der Gehaltan Mangan nur unbedeutend und bei den meisten auf dem Continenteerblasenen Arten von grauem Bessemereisen bedeutender. Man suchtdaselbst sogar möglichst viel Mangan hineinzubringen, weil es alsIndicator für den Grad der Entkohlung gebraucht wird. Der Gehaltan Silicium ist dagegen bei allen Arten möglichst hoch, weil ange-nommen wird, dass von seiner Verbrennung der Temperaturgrad desEisens im Convertor wesentlich abhängt, worüber Näheres unten.

Weisses Roheisen ist gleichfalls oft zur Fabrikation von,Bessemer-stahl versucht worden, doch hat es bisher nur beschränkte Anwendunggefunden, weil es im Convertor nicht die erwünschte Temperatur er-reicht. Deswegen hat bei demselben Tunner 1 ) die Anwendung vonheissem Winde und R. Richter 3 ) einen Zuschlag von Blei oder Blei-oxyd zu der Charge vorgeschlagen, um durch die Verbrennung desBleies die Temperatur zu steigern. Das erstere Verfahren wird schonlange auf dem von Gienanthschen Werke zu Kaiserslautern und zuMaximilianshütte bei Regensburg angewendet und auch H. Franke 3 )sieht in heissem Winde von wenigstens 500° C. den einzigen brauch-baren Ersatz für das fehlende Silicium. Dagegen werden zu Neuberg'in Steyermark von Stockher seit 1867 in zu kalte Chargen 50 bis60 Pfd. Kohlenstaub und 8 Pfd. Kochsalz mit dem Winde eingeblasen

D Tunner, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 186G, 173. 2 ) Richter, Berg- u.

Hüttenm. Ztg. 1865, 219, Dingl. pol. J. CLXXVI, 28. 3 ) Pranke, Berg-

u. Hüttenm. Ztg. 1872, 488; Wagn. Jaliresber. 1872, 95.