Ueber Chromverbinchmgen. 725
pocht und fein gemahlen ist, mit Kalk und Potasche vermischt. Diebei 150° getrocknete Mischung wird im Flammofen bei starker Rotk-gluth dem oxydirenden Einflüsse der Luft preisgegeben, wobei mandie Oberfläche der Masse fortwährend durch Umrühren erneuert. NachBeendigung des Röstens nimmt man die Masse aus dem Ofen,und zieht sie nach dem Erkalten mit möglichst wenig siedendemWasser aus. Enthält die Lauge gelöstes Calciumchromat, so setztman Potasche hinzu, wodurch der Kalk als Carbonat gefällt wird, hin-gegen Kaliumchromat in Lösung bleibt. Die Lösung wird mit einerhinreichenden Menge Säure versetzt, um das Chromat in das Dichro-mat überzuführen, welches dann aus der Lösung häufig in grossenKrystallen ausekiesst.
Nach einer an Hrn. Prof. A. W. Hofmann gemachten Mittheilungvon Hrn. Rowland Atcherley wird von einigen englischen Fabri-kanten bei der Darstellung des Kaliumbichromats folgender Weg ein-geschlagen .
Der Chromeisenstein, am besten der türkische oder asiatische —da diese neben einer verlüiltnissmässig grossen Menge von Chromoxydnur wenig Eisenoxyd und Kielselsäure enthalten —, wird, nachdem erzerstampft worden ist, in horizontalen Mühlen gemahlen, und danndurch ein Sieb gesichtet, welches 80 Oeffnungen auf den Quadratzoll hat.Das feine Pulver wird dann in Cylindern, die sich um eine diagonaleAchse drehen, sorgfältig mit Kali-Kalk gemischt, der an Ort und Stelleaus gebranntem irischen Kalkstein und einer Lösung von Kalium-carbonat bereitet wird, in der Weise, dass auf 7 Centner Kalk 2^4 C!ent-ner Kaliumcarbonat kommen. Man hat dafür zu sorgen, dass dasangewendete Kaliumcarbonat frei von Chlorid sei; dieses würde näm-lich der späteren Krystallisation des Bickromats hinderlich sein. DerKalkstein darf nur wenig gebundene Kieselsäure enthalten, muss aberfrei von Natrium und Magnesium sein.
Die Mischung von Kali-Kalk, welche gehörig zubereitet ein völligtrocknes Aussehen hat, wird, wie oben beschrieben, mit 4y 2 Centnerdes gepulverten und gesiebten Erzes vermischt.
Das so erhaltene Gewicht der Mischung bildet die Beschickungfür den folgenden Röstprocess. Der angewendete Flammofen hat einenflachen 9 Fuss langen und 6 Fuss breiten Heerd. Der Raum zwischenDecke und Brücke beträgt 2 Fuss 6 Zoll, er verengt sich jedoch all-mälig bis zu 18 Zoll beim Uebergang in die Abzüge. Die Flammewird vermittelst Dampfstrahlen auf den Heerd niedergeblasen. DerRaum des Heerdes ist mit zwei Thüren aus feuerfestem Thon versehen,durch welche die Beschickung eingeführt und dann über die dem Feuerzunächst liegende Hälfte des Heerdes in einer Höhe von ungefähr 2 Zollausgebreitet wird.
Die Operation wird begonnen, wenn der Ofen bereits erhitzt ist.