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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die engen Grenzen dieses Berichts verbieten eine eingehende Be-trachtung dieser Arbeiten; es mag deshalb nur Weniges aus denselbenhervorgehoben werden. In den Schriften von Fürstenau und Lich-tenberger sind zum erstenmal die Einzelheiten der Fabrikation rechteingehend und im Zusammenhang beschrieben worden. Dieselben bietendem Laien mancherlei Belehrung über den eigentlichen Betrieb derFabrikation, wenn auch Vieles jetzt als veraltet zu bezeichnen ist. Dieübrigen Arbeiten beschäftigen sich meistens mit geschichtlichen undkritischen Betrachtungen früher erschienener Abhandlungen. Erst inden Notizen des Verfassers dieses Berichtes findet sich neues tliatsäch-liches Material, von welchem Einiges von allgemeinem Interesse hierangeführt werden mag. Zunächst wünschte der Verfasser analytischeBelege für die früher nicht genug beachtete chemische Verschiedenheitdes kieselarmen und kieselreichen Ultramarins zu geben und mancherleiWidersprüche früherer Bearbeiter aufzuklären. Sodann theilt derselbe eineneue analytische Methode zur quantitativen Bestimmung aller Schwefelvcr-bindungen mit, welche bei der Zersetzung des Ultramarins durch Säurenentstehen. Diese Methode beruht im Wesentlichen auf folgenden Ke-actionen:
I. II 2 S +• J 2 = S -f 2H J.
II. 2 (H 2 S 2 0 3 )-f J 2 = H 3 S 4 0 6 + 2HJ.
III. II 2 S0 3 + II 2 0 -f J 2 = H 2 SO* + 2 H J.
Erst durch diese Methode wurde der Weg gebahnt, um die Bin-dungsweise des Schwefels in allen Ultramarinverbindungen genauer alsseither kennen zu lernen und wohl auch endliche Aufklärung über dieimmer noch unbekannte Constitution des Ultramarins zu erjangen , so-bald erst eine grössere Anzahl von Analysen nach derselben ausgeführtworden sein wird.
In einem Nachtrag zu seinen Notizen berichtet der Verfasser überUltramarinkrystalle, welche sein Mitarbeiter C. Grünzweig zuerst ineinem besonderen Präparat und dann auch in jedem Kohproduct der ge-wöhnlichen Fabrikationsmethoden durch das Mikroskop nachgewiesen "hat.
Ohne auf den Inhalt der ganzen Arbeit oder auf theoretische Schluss-folgerungen aus derselben näher einzugehen, mögen hier nur die haupt-sächlichsten Analysen einen Platz finden. Zur Vergleichung sind dannauch die erst neuerdings ausgeführten Analysen der sogleich zu erwäh-nenden neuen Ultramarinverbindungen, nämlich eines violetten undeines rothen Ultramarins beigefügt worden (s. Tabellen auf Seite 683und 684).
24. 12 ) Hoffmann, Als Manuscript gedruckt für die Jury der Weltaus-stellung zu Wien. 1S ) Sclieffer, Ber. cliem. Ges., 1873, 1450. 14 ) Bonn,
Verlag von Max Cohen u.-Sohn.
Ausführliche Auszüge dieser Arbeiten in den betreffenden Jahrgängenvon B,. Wagner’s Jahresbericht.