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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Ueber den Kryolith von Grönland etc.

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liehen Handel gehörten, musste eine gewisse Abgabe entrichtet werden.So kamen nach Dänemark

im Jahre 1854: 56 Tonnen, bezahlt mit 3 Rigsdaler 48 Skill. pr. Tonne')

Die Schwierigkeit der Gewinnung in dem fernen nördlichen Landegeht daraus hervor, dass die eben genannten Summen nur Deckungfür die Unkosten des Brechens und der Fahrt sind, die, weil viel zuniedrig berechnet, bald eine erhebliche Steigerung erfuhren.

Um für eine ausgedehnte Fabrikation das nöthige Material reich-lich und regelmässig zu beschaffen, verband sich Hr. Thomsen mitIlrn. Howitz und I-Irn. Etatsrath Tietgen. Diese durften gegen einegewisse Abgabe Schilfe auf eigene Rechnung abschicken. Im Jahre1856 ward ihr erstes Schiff, der SchoonerSönderjylland abgesandtund kehrte mit einer Ladung von 343 Tonnen heim, wofür als Abgabe3 Rdlr. pr. Tonne erlegt wurde. Diese Kryolithladung wurde in derFabrik von Th. Weber & Co. bei Iladersleben verarbeitet. Im fol-genden Jahre brachte eine Fregatte 800 Tonnen nach Hause. Vondiesen wurden als Abgabe 12 p. C. in natura erlegt. Bei der Versteige-rung dieser 96 Tonnen durch den königl. Handel in Kopenhagenwurde ein Preis von 5 Rdlr. 38 Skill. pr. Tonne erzielt.. Im Jahre1858 wurden bereits 2359 3 /ii Tonnen geholt und der Preis bei derVersteigerung stieg auf 14 Rdlr. 10 Skill. pr. Tonne.

Man hatte jetzt die Ueberzeugung erlangt, dass das Kryolith-lager sehr reichhaltig sei, so dass es nicht so leicht zu erschöpfen seinwürde. Es wurden daher von der Regierung einige Beschränkungen,welche der Gesellschaft auferlegt worden waren, aufgehoben. Dieselbedurfte so viel Kryolith holen, wie sie wollte, wogegen eine Abgabevon 12 p. C. des in Grönland verschifften Quantums zu entrichten war.Auch wurde anderen Gesellschaften die Kryolithgewinnung gestattet.So der Englisch - Grönländischen Minengesellschaft zu London, welchedurch Hrn. Commerzienrath Lund zum Zweck der Ausbeutungder grönländischen Kupfererze gestiftet worden war, dabei aber nichtihre Rechnung gefunden hatte. Ausserdem erhielt die Gesellschaft vonHalberstadt & Co. und Puggaard & Co. in Kopenhagen Erlaub-niss zur Kryolithgewinnung. Die Expeditionen dieser beiden Gesellschaf-ten missglückten indess, namentlich weil auf den ihnen zugewiesenenArealen der Kryolith so tief lag, dass ein Minenbetrieb sich nicht rentirte.

In Folge dessen wurde den Herren Thomsen und Howitz imSeptember 1864 das ausschliessliche Recht gegeben, für eine Zeit von20 Jahren (bis Ende 1884) bei Ivitut Kryolith zu brechen und zu ver-schiffen. Später wurde die an Thomsen und Howitz ertheilte Con-

1856: 371857: 91

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') Rigsdaler = 96 Shilling = 2'25 Hink.