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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Ueber den Kryolith von Grönland unddie darauf gegründete Industrie.

Von Alfred Benzon,

Fabrikbesitzer in Kopenhagen.

Am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts hatte man in Ivitut, ge-legen an der Arsukbucht in Südgrönland, ein eigenthümliches Mineralgefunden, welches Andrada, weil es dem Eise ähnlich sah, Eissteinoder Kryolith nannte. Eine chemische Untersuchung von Abildgaardzeigte, dass aus dem Mineral Fluorwasserstoffsäure, Thonerde und einAlkali, welches für Kali gehalten wurde, zu erhalten sei. Klaprothwies nach, dass das Alkali Natron sei. Dies erregte in hohem GradeAufmerksamkeit, da hiermit zum ersten Male Natron im Mineralreichgefunden worden war. Mehr als ein halbes Jahrhundert verstrich,bevor die Wissenschaft zeigte, welche grosse Bedeutung der Kryolithfür die Industrie habe. Weitere Untersuchungen, namentlich vonVauquelin, Berzelius und Deville stellten die Zusammensetzungdes" Minerals als A1 3 F1<;, 6 NaFl fest.

Lange Zeit hindurch wusste man von den Eigenschaften des Kryo-liths nur, dass es ein leicht schmelzbares Mineral sei, welches vonSchwefelsäure unter Fluorwasserstoffentwickelung zersetzt werde. In'den Jahren 1849 bis 1850 wies Julius Thomsen nach, dass derKryolith mit Leichtigkeit durch Kalk und Kalksalze sowohl auf trock-nem, als nassem Wege zersetzt werde. Auf dieser so spät erst ge-machten Beobachtung beruht die ganze Kryolithindustrie.

Ilr. Thomsen, zur Zeit Professor der Chemie in Kopenhagen,suchte nun seine Beobachtung technisch auszunutzen. Er erlangte fürlängere Zeit das Privilegium, Kryolith zu brechen und überall inDänemark Natron und Thonerdepräparate daraus darzustellen. Fürdas Brechen und die Verschiffung in Fahrzeugen, welche demkönig-