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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

physikalischen, geodätischen, astronomischen Instrumenten ist sie allenanderen Metallen bei Weitem vorzuziehen. Zu Bijouteriewaaren, zuKunst- und Luxusgegenständen wird sie in reichem Maasse angewendet.Mancherlei Hausgeräth wird daraus verfertigt, auch eignet sie sich zuZapfen und Achsenlagern.

Auch Flinten- und Pistolenläufe, sowie gezogene Kanonen sinddaraus angefertigt und haben sich ausgezeichnet bewährt. Man gehtwohl nicht fehl in der Annahme, dass ein Hauptgrund für das lebhafteInteresse, welches Napoleon III. für die Industrie des Aluminiumsgezeigt hat, in der Hoffnung, dasselbe zu artilleristischen Zwecken zuverwenden, gelegen hat. Einer allgemeinen Anwendung der Geschützeaus Aluminiumbronze steht zur Zeit noch der hohe Preis im Wege.Hr. Morin liefert die Bronzen zu folgenden Preisen:

mit 10 p. C. Aluminium das Kg zu 15 Frcs.

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5 10

Dieser Preis ist allerdings vier bis fünf mal so hoch als der derZinnbronze. Bei Gegenständen indess, hei welchen der Preis des Roh-materials von geringem Einfluss im Vergleich zumWerthe der Bearbei-tung ist, wie bei physikalischen Instrumenten und dergleichen, ist dieVerwendung der Aluminiumbronze stets vorzuziehen.

In England benutzt man Kessel von Aluminiumbronze znr Bereitungvon Conserven und von Gefrorenem aus sauren Früchten. Morin & Co. 1 )bereiten Weberschützen aus der Bronze, die sich natürlich nicht wie dieaus Stahl oxydiren. Hr. Cambrieu 2 ) empfiehlt sie als Letternmetall.Daraus gefertigte Lettern sollen fünfzig mal so oft abgedruckt werdenkönnen, als solche aus antimonhaltigem Blei. Hr. Hulot 3 ) verwendetsie als Unterlage für Lochmaschinen, mittelst welcher die Löcher in diegmümirten Briefmarkenblätter geschlagen werden. Hr. Lange Y in Glas-hütte (Sachsen) stellt Uhrfedern aus Aluminiumlegirungen her, die aus5 Thln. Aluminium und 90 Thln. Kupfer, oder aus 100 Thln. Aluminiumund 5 Thln. Silber bestehen. Die Vorzüge, die dieselben vor Stahlfedernbesitzen, bestehen darin, dass sie nicht rosten, nicht magnetisch undnicht so spröde, dagegen sehr hart und elastisch sind.

Zum Löthen der Aluminiumbronze ist das gewöhnliche Zinnlothnicht tauglich. Hr. Hulot 6 ) verwendet eine Legirung des gewöhnlichenWeichlothes (bleihaltiges Zinn) mit 50, 25 oder 125 p.C. Zinkamalgam.In andererWeise verfährt Hr. Chalet 6 ). Derselbe stellt eine Plattirungaus 10 Thln. Aluminiumbronze und 1 Thl. Kupfer her. Das Ganze

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Morin, Günie industr. 1864, 167; Dingl. pol. <T. CLXXII, 72.

2 ) Cambrieu, Wagn. Jaliresber. 1865, 22. 8 ) Hulot, Compt. rend. LXIV,

1097. 4 ) Lange, Deutsche Industrieztg. 1873, 438. 6 ) Vergl.H. Deville,

Monit. scientif. 1867, 532. 6 ) Clialet, G6nie industr. Oct. 1868 , 219.