610 Gruppe III. Chemische Industrie.
hitze des Kupfers wenigstens erfolgt die Reduction der Thonerdenicht.
Hr. E v r a r d ') sucht Aluminiumhronze auf indirectem Wege dadurchdarzustellen, dass er auf geschmolzenes aluminiumhaltiges Gusseisen,das nach einer von Hrn. Benzon angegebenen Methode zu erhalten ist(s. S. 614), Kupfer einwirken lässt und die Metalle tüchtig durcheinanderrührt. 'Er giebt an, das Kupfer entziehe dem Gusseisen alles Alumi-nium und bilde damit eine Bronze, welche, schwerer als das Gusseisen,sich am Boden des Tiegels ansammele.
Durch Zusammenschmelzen von 90 Thln. Kupfer und 10 Thln.Aluminium entsteht eine Bronze, die zunächst sehr spröde ist. Beiöfterem Umschmelzen nimmt aber die Festigkeit und Zähigkeit zu;den richtigen Grad derselben bestimmt man durch Ausschmieden einerProbe nach jedem Umschmelzen. Eine zwei- bis dreimalige Wiederholungdes Schmelzens genügt in der Regel. Wahrscheinlich sinkt dabei derAluminiumgehalt etwas unter den ursprünglichen Betrag von 10 p. C.
Hr. P. Morin 2 ) betrachtet die Aluminiumbronze als eine chemischeVerbindung der beiden constituirenden Metalle, wozu ihn folgendeUmstände veranlassen. Die stöchiometrische Berechnung giebt einenAl-Gehalt von etwas weniger als 10 p. C. Sobald in der Legirung mit10 p. C. Aluminium der Ueberschuss an letzterem ausgeschieden ist,wird dieselbe durch öfteres Umschmelzen in ihren Eigenschaften nichtmehr verändert. Ferner erhält man mit 5, 7 1 / 2 un( l 10 p. C. Aluminiumganz homogene Legirungen; bei Zusatz von 6, 7 oder 8 p. C. Alumi-nium erhält man dagegen Metallgemische, in denen leicht eine Quantitätunverbundenes Aluminium zu unterscheiden ist. Wenn man in dasgeschmolzene Kupfer einen Aluminiumstab eintaucht, so findet eine sostarke Abkühlung des Kupfers statt, dass dasselbe fast erstarrt. Rührtman dann den kleinen flüssig gebliebenen Theil auf, so erhitzt sichderselbe in demMaasse, als die Verbindung vor sich geht und verbreitetseine Wärme weiter, bis endlich die ganze Masse weissglühend wirdund viel heisser erscheint, als das Kupfer vor der Legirung war. Esfindet also eine chemische Vereinigung statt. Bearbeitet man endlichein Stück Aluminiumbronze bei einer dem Schmelzpunkt nahe liegendenTemperatur, mit dem Hammer, so zertheilt sich das Stück in Bruch-stücke, welche Krystallisation zeigen. Die Zusammensetzung der Kry-stalle ist dieselbe, wie die des ganzen Stücks. Es hat also keine Aus-scheidung stattgehabt, wie dies bei vielen Legirungen der Fall ist,in welchen in der Nähe des Schmelzpunktes die constituirenden Metallesich trennen, weil sie ihre verschiedene Schmelzbarkeit beibehaltenhaben.
D Evrard, Bull. Soc. chim. 1867, 136; Wagn. Jahresber. 1867, 9.
2 ) Morin, Genie industriel 1864, 167; Wagn. Jahresber. 1864, 29.