Aluminium und Aluminiumverbindungen. " 605
löthen. Dieses Problem ist indess von Hrn. Ph. Mourey in Parisgelöst worden. Seine Methode ist kurz die folgende 1 ).
Man bedarf je nach den zu verbindenden Gegenständen fünf ver-schiedener Lothe von folgender Zusammensetzung:
I.
Zink.80
Kupfer.8
Aluminium.12
II.
III.
IV.
V.
85
. 88
90
94
6
5
4
2
9
7
6
4
Zur Bereitung der Lothe wirft man zunächst das Kupfer in denTiegel. Ist dieses geschmolzen, so wird das Aluminium in drei bisvier Portionen zugesetzt. Man rührt die geschmolzene Masse mit einemkleinen Eisenstäbchen um und trägt endlich die nöthige Menge reinenZinks ein. Dies schmilzt sehr rasch. Um den Zutritt der Luft unddadurch die Oxydation des Zinks auszuschliessen, giesst man etwas Fettoder Steinkohlentheeröl auf die Masse. Sobald das Zink geschmolzenist und nachdem man nochmals die Legirung umgerührt hat, wirddiese in eine ebenfalls mit Fett oder Benzin ausgestrichene Stangen-form gegossen.
Die Metallstücke, welche zusammengelöthet werden sollen,werden nach sorgfältiger Beinigung an den Verbindungsstellen miteiner feinen Feile etwas rauh gemacht; dann bringt man das passendeLoth, welches zur Grösse von Hirsekörnern zerkleinert ist, darauf. DerGegenstand wird auf erwärmte Holzkohlen gelegt und sodann dasLoth durch eine Gebläseflamme oder durch eine Riehemont’scheTerpentinöllampe geschmolzen. Dabei streicht man dasselbe mit einemkleinen Kolben von reinem Aluminium aus und sucht es dabei so vielwie möglich in die Fugen durch gelindes Andrücken einzutreiben.Der Löthkolben muss aus Aluminium bestehen, da jedes andere Metallsich mit den Bestandteilen des Lothes legiren würde. Für Bijouterie-waaren und dergleichen wendet Ilr. Mourey das Loth Nro. I. an; fürgrössere Gegenstände, wie Kaffeekannen u. s. w., das Loth .Nro. IV. Dieso ausgeführten Löthungen sind so vollkommen, dass zusammengelötheteStreifen Aluminiumblech beim Hin- und Herbiegen nie an der Löt-stelle, sondern nur ausserhalb derselben brechen. -
Nach Hrn. B ab Ion 2 ) soll das Aluminium erst galvanisch mit einerdünnen Schicht Kupfer bedeckt werden, und diese als Befestigungs-punkt für das Löthkorn dienen. Einer starken Ziehkraft dürfte dieseVerbindung wohl nicht widerstehen, da das galvanische Kupfer demAluminium nur schwach adhärirt; aber wenn die Stücke nur Druck-
1 ) Nach Muspratt’s Chemie von Kerl u. Stolimann, 3. Aufl. 1874,370. 2 ) Bablon, Bullet, soc. chim. 1873, XX, 317; Dingl. pol. J.
CCX, 473.