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Gruppe III. Chemische Industrie.
Das Aluminium zeigt eine angenehm weisse Farbe mit einemleichten Stich ins Blaue. Es lässt sich sehr gut poliren. Eine matteOberfläche von sehr schönem Aussehen ist leicht hervorzurufen durchschwaches Aetzen mit verdünnter Natronlauge und nachheriges Waschenmit Salpetersäure. Es ist sehr hämmerbar und ziehbar, so dass es sichzu ausserordentlich dünnem Blattaluminium schlagen und zu dem fein-sten Draht ziehen lässt. Das gegossene Metall hat etwa die, Härte desSilbers, das gehämmerte die des weichen Eisens. Die Zähfestigkeit desgehämmerten Metalls kommt nach Hrn. v. Burg 1 ) der des Kupfersnahezu gleich. Karmarsch 2 ) fand sie noch geringer als die des Zinks.Es zeigt einen hellen, dem des Krystallglases gleichenden Klang. DerKlang ist so helltönend, dass er selbst für starknervige Personen auf-hört angenehm zu sein, was wohl hauptsächlich dazu beigetragen hat,dass der Deville’sche Vorschlag, das Metall zu Glocken zu verwenden,keine Ausführung gefunden hat.
Das Volumgewicht des geschmolzenen Metalls ist 2’56, das desgehämmerten 2'67; es ist also etwa vier mal leichter als Silber. Es leitetdie Elektricität weit besser (nach Deville acht mal) als Eisen; es istnicht magnetisch. Sein Schmelzpunkt liegt etwa bei 700°.
Sowohl in trockener als auch in feuchter Luft ist das Aluminiumin compacten Massen unveränderlich; auch beim Schmelzen oxydirt essich nicht bemerkbar. Blattaluminium verbrennt beim Erhitzen ander Luft mit starkem Glanze. Unreines Aluminium, besonders in feinvei'theiltem Zustande, verliert indessen schnell seinen Glanz an derLuft durch oberflächliche Oxydation. Salzsäure von jeder Concentrationlöst das Aluminium leicht unter Wasserstoffentwickelung, ebenso ver-dünnte Schwefelsäure. Die meisten Sauerstoffsäuren, so besondersSalpetersäure, üben weder in der Kälte noch in der Wärme eine Wirkungauf das Metall aus. Organische Säuren, z. B. Essigsäure und Weinsäure,wirken für sich nur schwach auf Aluminium ein, bei Gegenwart vonKochsalz aber greifen sie das Metall stark an 3 ), ein Umstand, der beietwaiger Benutzung desselben zu Kochgeschirren zu berücksichtigenist. Schwefelwasserstoff und Schwefelalkalien greifen selbst bei hoherTemperatur das Aluminium nicht an. Mit manchen Metallen lässt sichdas Aluminium leicht legiren. Von besonderer Bedeutung sind dieKupferlegirungen mit 5 bis 11 p. C. Aluminium, welche leicht verarbeit-bare Bronzen von Goldfarbe darstellen.
Eine grosse Schwierigkeit setzte sich anfangs der Verwendungdes Metalls insofern entgegen, als es unmöglich schien, dasselbe zu
!) v. Burg, Dingl. pol. J. CLI, 286. 2 ) Karmarsch, Dingl. pol. J.
CLII, 441, CLXXII, 55; "Wagn. Jahresber. 1864, 22. 3 ) Neues Handwörter-
buch der Chem. von Fehling, I, 339.