Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
575
Einzelbild herunterladen
 

Mörtel und Cement.

575

der zugesetzte Kalk und das Wasser chemisch gebunden, bei einem Ver-such mit Kalkwasser 13 p. C. Kalk und 9'6 p. C. Wasser. Die Wirkungder amorphen Kieselerde ist in hohem Grade von ihrem Wassergehaltabhängig; künstlich in der Hitze entwässerte Santorinerde, mit Kalkgemischt, braucht Monate, um Zusammenhang zu gewinnen und nahm ingleicher Zeit aus Kalkwasser nur 6y 2 p. C. Kalk auf, gegen 13 p. C.oben. Wichtig ist die schon von Heider gemachte Beobachtung, dieauch Feichtinger bestätigt fand, nämlich, dass die Santorinerdedurch Schlämmen mit Wasser in den allein wirksamen Theil, in auf-schwimmenden Bimsstein und in gröberen schwarz (auch wohl roth undgelb) gefärbten Obsidiansand zerfällt. Der wirksame Theil, ein licht-graues Mehl, betrug etwa 3 / 5 des Ganzen; die beiden übrigen Bestand-theile je etwa y 5 , nach Feichtinger, können als natürlicher Sand-gehalt betrachtet werden. Der Kalkzusatz zum Santorinmörtel ist ambesten nach dem mehr oder weniger wechselnden Betrag des wirksamenTheils zu bemessen.

Der Xrass vom Ries enthält sehr wenig mit verdünnter Kalilaugeausziehbare Kieselerde, aber bedeutend mehr durch Chlorwasserstoffaufschliessbare Silicate als die Santorinerde und giebt ebenso wenigwie diese Kieselgallerte mit Säure. Mit Kalk versetzt erhärtet er unterWasser sehr langsam, gewinnt aber nach einiger Zeit die Festigkeitdes besten hydraulischen Kalkes. Seine hydraulischen Eigenschaftenwerden durch Ausziehen der löslichen Kieselerde nicht merklich ge-schwächt, ein Beweis, dass sie wesentlich auf der Anwesenheit der auf-schliessbaren Silicate beruhen. (S. Tabelle a. f. S.)

H. Vohl 1 ) führte eine Analyse von Trass aus dem Brohlthal aus,von der Herfeldsehen Grube an der Strasse von Plaidt .nach Kruft.Das Material war vorher von beigemengtem Titan-Magneteisen, Sphenund Thonschiefertheilen befreit. Er fand in dem Reste: in Wasserlöslich (meist Chlorüre von Magnesium, Kalium und Natrium) 0'62p.C.;in Chlorwasserstoff löslich 45'59 ptC. (a); darin unlöslich 53 - 79 p. C. (b):

a b

Kieselerde . . . .

. . 11-29

89-09

Thonerde . . . .

. . 35-14

4-21

Eisenoxydul . . .

. . 6-58

0-80

Manganoxydul . .

. . 1-28

Kalk.

. . 2-73

Magnesia . . . .

. . 1-77

0-93

Kali.

. . 7-72

1-21

Natron.

. . 5-41

2-36

Phosphorsäure . .

. . o-ii

Wasser.

. . 27-74

99-77

98-60

!) H. Volil, Din gl. pol. J. CLXXIII, 201,