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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

als der des brennenden Magnesiumdrahts, während bei derselben Ze-nithdistanz der chemische Glanz der Sonnenscheibe nur 36'6mal sogross ist, als der des Drahtes. Diese Zahlen beweisen deutlich denhohen Werth dieses Lichtes für photographische Anwendungen.

Der Photograph Ilr. Brothers 1 ) in Manchester hat gefunden,dass die photographische Wirkung des Magnesiumlichts in genauemVerhältniss steht zum Gewicht des verbrannten Metalls. Die Zeit,welche zur Aufnahme eines Gegenstandes bei diesem Lichte nöthig ist,hängt deshalb von der Dicke des Drahtes und der Anzahl der verbren-nenden Drähte ab. Es kann die Zeit um die Hälfte verkürzt werden,wenn man das Gewicht des per Secunde verbrennenden Drahtes ver-doppelt.

Für Zwecke der Beleuchtung ist das Magnesiumlicht in gewisserBeziehung ausserordentlich geeignet. Seine grosse optische Intensitätist oben schon erwähnt. Ferner findet man, dass sein Spectrum alleFarben enthält, woraus hervorgeht, dass es alle Farben der Objecte,die es beleuchtet, richtig zu zeigen vermag. Eine kleine Modificationtritt allerdings aus dem Grunde ein, dass ein Uebergewicht der Strahlenan dem am meisten brechenden, violetten Ende des Spectrums statthat, wodurch dem Lichte ein etwas bläulicher Ton ertheilt wird. DieseFärbung ist indess durchaus nicht störend. -Gelb wird leuchtender,Blau und Grün erscheinen etwas verstärkt, Eoth zieht etwas ins Vio-lette. Die Veränderungen fallen weniger auf, als die durch Gas- undKerzenlicht bewirkten. Auch in der Beziehung empfiehlt sich dasMagnesiumlicht, dass es im Vergleich zu seiner Leuchtkraft eine ausser-ordentlich geringe Wärme erzeugt. Schon das Gas ist in dieser Hin-sicht vortheilhafter als Kerzen, da es bei gleicher Leuchtkraft kaumdie Hälfte der durch diese hervorgebrachten Hitze giebt. Aber Magne-sium übertrifft das Gas bei Weitem, der Heizeffect desselben ist beigleicher Leuchtkraft 265mal geringer als der des Leuchtgases. Wasdie Verbrennungsproducte anbetrifft, so besitzt das Magnesium insofernVorzüge vor Gas und Kerzen, als es nicht, wie diese, Wasserdampfund Kohlensäure erzeugt, durch welche die Luft nicht nur feucht,sondern auch erheblich verdorben wird, wenn nicht für gehörige Ven-tilation gesorgt wird. Magnesium entwickelt nun zwar weder Wassernoch Kohlensäure, aber sein Verbrennungsproduct, das Magnesiumoxyd,bildet sich in grosser Menge als unendlich feines weisses Pulver,welches die Luft eines geschlossenen Raumes bald unerträglich macht.

Der Hauptgrund indessen, der sich einer Einführung des Magne-siums als Beleuchtungsmaterial entgegenstellt, ist sein hoher Preis. Esliegt eine Kostenzusammenstellung für Magnesium-, Kerzen und Gaslicht

l ) Wagn. Jahrestier. 1866, 2.