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Magnesium.
zu Zinkoxyd, mit hellleuchtender Flamme zu Magnesia. In reinemund alkalisch reagirenden Wasser bleibt das Metall unverändert, inangesäuertem Wasser löst es sich unter lebhafter Wasserstoffentwicke-lung. Mit verschiedenen Metallen geht es Legirungen ein.
Der Glanz, mit dem das Magnesium verbrennt, war die Ilaupt-veranlassung, seine Metallurgie möglichst auszubilden. Freilich sinddie Erwartungen, die man anfangs von dem Magnesium als Beleuch-tungsmaterial hegte, im Laufe der letzten Jahre nicht vollständig erfülltworden, was vorzüglich in den bedeutenden Darstellungskosten seinenGrund hat. Die billigere Darstellung des Natriums dürfte der Magne-siumindustrie einen neuen Aufschwung geben was wegen der nütz-lichen Eigenschaften des Metalls nur zu wünschen ist.
Nach Messungen von Bunsen und Roscoe 1 ) strahlt ein Magne-siumdraht von 0'297 mm Durchmesser so viel Licht aus als 74 Stea-rinkerzen , von denen 5 ein Pfund ausmachen. Um dies Licht eineMinute lang zu erhalten, wird eine Drahtlänge von 0‘987 m erfordert,welche 0'1204 g wiegt. Um 10 Stunden lang ein Licht von 74Stearinkerzen zu erzeugen, sind daher nur 72'2 g Magnesium erfor-derlich. Dieselben Zahlen erhielt Hr. E. Hoyer 2 ), welcher hinzufügt,dass die Lichtentwickelung des Magnesiums, wenn es in Sauerstoffverbrannt wird, sogar der von 120 Stearinkerzen gleichkommt. —Nicht minder intensiv als die optische Wirkung ist die chemische.Trocknes Chlorsilber, vom Magnesiumlicht getroffen, wird nach weni-gen Secunden dunkelblau, ein Gemisch von Chlor und Wasserstoffexplodirt momentan unter gleichen Umständen. Das Spectrum desMagnesiumlichtes ist ausserordentlich reich an violetten und ultravio-letten Strahlen, welche theils von dem leuchtenden Dampfe des Metalls,theils von der beim Verbrennen gebildeten und zur Weissgluth er-hitzten Magnesia ausgestrahlt werden. Die chemische Wirksamkeitwurde schon 1859 von Bunsen und Roscoe 3 ) gemessen und mit derdes Sonnenlichts verglichen. Sie machten gleich den Vorschlag, diesLicht zu photographischen Zwecken zu benutzen. Sie zeigten, dasseine aus brennenden Magnesiumdrähten gebildete Scheibe, welche voneinem Puncte des Meeresniveaus aus gesehen die scheinbare Grösseder Sonne zeigt, auf diesen Punkt dieselbe chemische Wirksamkeitausüben würde, wie die bei völlig wolkenlosem Himmel 9° 53 ' überdem Horizont stehende Sonne. Die Vergleichung des optischen, desdurch das Auge messbaren Glanzes beider Lichtquellen ergab den bei-den Gelehrten, dass bei einer Zenithdistanz von 67° 22' der durch dasAuge wahrnehmbare Glanz der Sonnenscheibe 524‘7mal so gross ist,
b Bunsen u. Eoscoe, Pogg. Ann. CVIII, 261. 2 ) E. Hoyer, Wagn.
Jahresber. 1866, 2. 3 )’Die oben citirte Abhandlung. Vergl. auch Eoscoe,
Spectralanalyse, deutsch von Schorlemmer, Braunscliw. 1870, 31.
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