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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die Ersetzung des Kupferoxyds durch Zinkoxyd ist nicht ganzneu. Kjiczynslii, Alex. Müller, Stahlschmidt 1 ) haben letzteresschon vor längerer %eit empfohlen. Das Zinkoxyd hat den Vorzuggrösserer Billigkeit. Es ist indess beim Ilinzufügen ein Ueberschuss zuvermeiden, da dieser sich in der Barytlösung auflösen würde, in welchemFalle freilich das Zinkoxyd durch Schwefelbariumlösung leicht wiederentfernt werden könnte.
Der Baryt kann für manche Zwecke in hydratischein Zustandeveiuvendet werden. Will man wasserfreien Baryt gewinnen, so folgtnoch die Entwässerung, die Ilr. Nickles so ausführt, dass das Hydratin gusseisernen Cylindern erhitzt wird, durch welche zugleich das beider Beduction des Schwerspaths gebildete Kohlenoxydgas geleitet wird.
Iir. Nickles.sucht auch das bei derReaction entstandene Schwcfel-zink wieder in Zinkoxyd umzuwandeln, um dies von Neuem wiederzur Zersetzung von Schwefelbarium zu benutzen. Das Schwefelzinkwird geröstet. Nach der mehr oder weniger intensiven und andauerndenHitze, die man für diesen Zweck hervorbringt, enthält das EöstproductZinkoxyd und Zinksulfat in verschiedenem Verhältniss. Des letzterenbildet sich um so weniger, je höher die Temperatur des Röstofens ist.Die sich entwickelnde schweflige Säure wird zur Schwefelsäuregewinnuugverwendet. Das Röstproduct wird mit Wasser ausgelaugt. Die erhal-tene Zinkvitriollösung wird von dem Zinkoxyd entfernt und durch Be-handlung mit Kochsalz in Glaubersalz und Chlorzink verwandelt. Ausder vom Glaubersalz getrennten Chlorzinklösuug wird durch Kochenmit Kalkmilch Zinkoxyd gefällt.
Die Herren Scheurer-Kestner und Eosenstiehl haben einigeBedenken gegen dies Verfahren geäussert; besonders halten sie dieUmwandlung des Schwefelzinks in Zinkoxyd und die Gewinnung derschwefligen Säure für nicht ausführbar, da nach ihren Versuchen dieRöstung des künstlichen Schwefelzinks in anderer Weise von stattengeht, als die des natürlichen. Sie erhielten stets ein in Wasser unlös-liches basisches Zinksulfat. Wenn auch die ökonomische Seite desProcesses hierdurch nicht so glänzend ist, wie sie Hr.Nickles anfangsdargestellt hatte, so ist doch ohne Zweifel die fabrikmässige Darstellungvon Aetzbaryt auf diesem Wege mit Vortheil auszuführen. Nach einerKostenberechnung Scheu re r-Kestn er’s würden sich die Productions-kosten von 100 Kg'Baryt auf etwa 20 Frcs. belaufen.
Ein anderes Verfahren zur Darstellung von Barythydrat giebtHr. 0. Lenoir au 2 ). Er stellt es entweder aus Witlierit oder ausSchwerspath dar.
Die Bereitungsmethode aus Witlierit gründet sich auf die schon
J ) Siehe z. B. Stalilschmidt, Dingl. pol. J. CLXXX1I, 30. 2 ) Le-
noir, Wagu. Jaliresber. 1867, 256.