Barium.
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* Wasser umsetzt und Baryt und Schwefelwasserstoff liefert, sondern wieHr. Ch. Lautli 1 ) und vor ihm Kegnault nachgewiesen haben, unterWasserstoffentwickelung sich in schwefelsauren Baryt verwandelt. Nachder früher üblichen Methode wurde die Schwefelbariumlösung mitKupferoxyd, Kupferhammerschlag, zersetzt. Nach vollständiger Zer-setzung wurde die Barytlösung heiss vom Schwefelkupfer in ein ver-schliessbares G-efäss filtrirt, in welchem sich heim Erkalten die Baryt-hydratkrystalle abscheiden.
Innerhalb des letzten Decenniums sind einige neue Methoden undVerbesserungen zur Darstellung von Aetzbaryt angegeben worden.
So hat Hr. Nickles in Ville 3 ) durch die Construction eines Ofensfür continuirlichen Betrieb die Gewinnung des Schwefelbariums be-schleunigt und vereinfacht. Der Hauptvortheil dieses Ofens bestehtdarin, dass das Eeductionsprodrlct herausgeschafft werden kann, ohnedass es mit Luft in Berührung kommt, wodurch also eine Oxydationdes Schwefelbariums vermieden wird. Der Ofen enthält eine Anzahlvertical stehender Betörten aus Gusseisen oder feuerfestem Thon. Inihnen findet die Reduction des Schwerspaths statt. Ueber denselbenbefinden sich Behälter, die nach Bedürfniss mit dem Gemisch beschicktund dann bedeckt werden. Ein Schieber trennt sie von den Retorten.Wird dieser entfernt, so fällt die Beschickung in die Retorte. Unterder Retorte sind zwei Kästen angebracht, in welchen das Schwefelbariumerkalten soll. Vermittelst eines Dechargirappafats, welcher durch einRad gedreht werden kann, wird die Masse aus dem ersten in den zweitenKasten, in welchem die vollständige Erkaltung stattfindet, befördert.Zugleich stürzt dabei die vollständig reducirte unterste Schicht aus derRetorte, die unten am stärksten erhitzt ist, in den ersten Kasten. AlsReduetionsmittel des Schwerspaths wird ein Gemenge von gepulverterHolz- oder Steinkohle mit etwas Sägespähnen verwendet. Letztereerhalten das Gemenge locker und begünstigen das Entweichen derGase. Die Entschwefelung des Schwefelbariums findet darauf in fol-gender Weise statt. Die erhaltene Masse wird mit siedendem Wasserausgelaugt; es bleibt ein geringer Rückstand, der aus etwas Schwer-spath und Kohle besteht. Hr. Nickles bedient sich nun nicht desKupferoxyds zur Entschwefelung der Lösung, sondern benutzt Zinkweiss,auch Fabrikationsabfälle, die aus einem Gemenge von Zinkoxyd undfein vertheiltem Zink bestehen. Nach zweistündigem -Kochen ist dieEntschwefelung vollständig. Das Kochen hat hauptsächlich den Zweck,das Zinkoxyd in Suspension zu halten, was auch durch einen Rühr-apparat erreicht werden könnte. Die Barytlösung wird dann zurKrystallisation verdampft.
*) Cli. Lautli, Bull. Soc. Chim. Paris 1863, 249. 2 ) Nickles, Bull,
de la soc. indust. de Mulhouse, Sept. 1869, 435; Wagn. Jahresber. 1869, 274.