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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Barium, Strontium, Calcium, Magnesium.

Wenn wir überblicken, in welchem Grade die Natur uns die Ange-hörigen der Bariumfamilie sowie das Magnesium zur Verfügung stellt,so bemerken wir, dass den Verbindungen des Calciums die weitausgrösste Verbreitung zukommt. Kohlensaurer Kalk in Form von Kreide,gewöhnlichem Kalkstein, Marmor, sowie in Verbindung mit Magnesium-carbonat als Dolomit, ferner Calciumsulfat als Gyps bilden ganze Ge-birge. Auch eine Doppelverbindung von johosphorsaurem Kalk undFluorcalcium, der Apatit, ferner der Flussspath (CaF 2 ), der Labrador-feldspath (CaABOi-SisOß), die Zeolithe, wasserhaltige Kalk-Thonerde-Silicate, sind weit verbreitet. Im Fluss-, Meer- und Quellwasser findenwir Kalksalze gelöst und begegnen ihnen auch im Thier- und Pflanzen-reich. Häufig werden die eben genannten Mineralien, der Gyps, derFlussspath, der Apatit, ohne Weiteres in den chemischen und anderenGewerben angewandt. Die Hauptquelle der künstlich dargestelltenCalciumverbindungen ist der kohlensaure Kalk. Er ist unter anderenneben Gyps und kohlensaurer Magnesia das Material zur Darstellungder künstlichen Mörtel und Cemente, Körper, deren Bedeutung alsBaumaterialien eine so hervorragende ist, dass in diesem Berichte derSchilderung ihrer Technologie eine besondere Arbeit aus berufensterFeder gewidmet ist.

Von den weniger verbreiteten Barium- und von den noch selte-neren Strontiumverbindungen schenkt uns die Natur hauptsächlichdie Sulfate und Carbonate: Schwerspath, BaS 04 , und Cölestin, SrSO,f;Witherit, BaC0 3 , und Strontianit, SrC0 3 . Kastlose Bemühungen, dieseKörper in leicht anwendbarer Form dem allgemeinen Nutzen und Com-fort zuzuführen, haben auch sie, besonders die Bariumverbindungen,eine erhöhte Bedeutung gewinnen lassen.

Magnesium Verbindungen stehen uns nicht spärlich zu Gebote.Die Hauptquellen der Magnesiumpräparate sind: das Magnesiumcarbonat,der Magnesit, in grosser Ausdehnung das Doppelcarbonat von Calciumund Magnesium, der Dolomit, ferner auch verschiedene Silicate, derSerpentin, der Meerschaum etc.; das Magnesiumsulfat, das Bittersalz,welches nebst dem Chlorid in grosser, wenn auch nur geringer relativer,Menge im Meerwasser gelöst ist; auch der Carnallit, ein Doppelchloridvon Magnesium und Kalium, ist eine ergiebige Quelle. Diese Körperwerden theils direct benutzt und mechanisch verarbeitet, theils werdenaus ihnen auf chemischem Wege Magnesiumverbindungen und dasMetall selbst dargestellt, Präparate, die von grosser technischer Wich-tigkeit sind, und deren Nutzen durch Vereinfachung der Darstellungs-methoden und durch eifriges Studium ihrer Eigenschaften zum Zweckeneuer Anwendungen täglich erhöht wird.

Werfen wir nun einen Blick auf die Fortschritte, welche die Techno-logie des Bariums, Strontiums, Calciums und Magnesiums innerhalb desletzten Decenniums zu verzeichnen hat.

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