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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

dem die grösste Hitze beseitigt worden ist, kann man Thonröhren be-nutzen; letztere müssen natürlich abwärts geleitet werden. Zuweilenhat man auf die Gewinnung von Salzsäure als solcher weniger Rück-sicht zu nehmen und lässt dann wohl die heissen Dämpfe direct odermöglichst direct in einen Condensationsthurm eintreten, in welchemgrössere Mengen von Wasser dem Gasstrome entgegen abwärts fliessen.Auf diese Weise kann man bei 4 Cubikfuss Condensationsraum auf je1 Ctr. während 24 Stunden zu zersetzenden Salzes die Gase genügend vonSäure befreien, verliert dann aber die ganze Menge von Salzsäure, wieauch viel Wasser, welche Verluste nur wenige Fabriken ertragen können.

Die Condensationsthürme construirt man gewöhnlich aus natürli-chen oder gebrannten Steinen, in einigen Fällen auch aus Thonröhren.Hr. Kane in Dublin bedient sich des letzteren Verfahrens und benutztzu dem Ende Thonröhren von 2 Fuss Durchmesser. Die einzelnenStücke der Thonröhren werden durch Pechkitt miteinander verbunden.

Gewöhnlich gebraucht man Cokestücke zum Füllen der Condensa-tionsthürme; nur da, wo die Thürine zur Verdichtung der Salzsäuredienen, welche in den Feuergasen der Flammöfen enthalten ist, ist diesnicht thunlich. Die Zwischenräume zwischen den Cokestückchen sindfür die mit dem Flugstaub der Feuerung beladenen Gase zu eng. Ineinem solchen Falle versieht man die Thürme mit Reihen von Ziegel-steinen, zwischen denen Zwischenräume von bis 3 Zoll bleiben.

Wendet man bei der Feuerung Kohle an, so verstopfen sich dieZwischenräume zwischen den Cokestückchen sehr leicht mit Russ; beiAnwendung von Coke hat man mit diesem Uebelstande nicht zu käm-pfen; man giebt aber dem Coke aus verschiedenen Gründen auch beiBacksteinfüllung der Condensationsthürme den Vorzug.

Die grösste Sorgfalt muss auf eine gleichmässige Füllung derThürme verwandt werden, da im anderen Falle die Dämpfe hauptsäch-lich durch die freien Canäle aufwärts streichen und man begreiflichwesentlich an Condensationsraum verliert. Schiefstehende Thürmezeigen derartige Uebelstände natürlich am häufigsten.

Bei der Condensation kommt Alles darauf an, dass die Condensations-räume genügend grosse sind, d. h. dass sie mit einer möglichst grossenOberfläche wirken. Muss man, wie dies zuweilen vorkommt, gegebeneApparate gelegentlich zur Zersetzung axrssergewöhnlicher Quantitätenvon Kochsalz benutzen, so wird den Condensationsapparaten häufigmehr zugemuthet, als sie leisten können. Wenn das Salzsäuregas nurlangsam und gleichmässig entwickelt wird, wie dies z. B. der Zersetzungs-process von Hargreaves erlaubt, so ist die Condensation bei Anwen-dung der gewöhnlichen Apparate eine vollständige.

Um zu erfahren, ob die Condensation in gutem Gange ist, mussman die aus den Thürmen austretenden Dämpfe untersuchen. können.Dies ist ohne besondere Vorrichtung nicht leicht anszuführen. Kane