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Gruppe III. Chemische Industrie.
trirtere Säure ausgeübt wird. Bei trockner Luft sind die Wirkungender darin enthaltenen Säure kaum bemerklich; wenn dichte saureDampfwolken entweichen, ist die Diffusion gleich Null, alle Säure undbesonders schweflige Säure (letztere in Schwefelsäure umgewandelt)sinkt in kurzer Zeit zu Boden.
Bei trocknem Wetter absorbiren Pflanzen in der Nähe von chemi-schen Fabriken so gut wie nichts von den durch letztere der Atmo-sphäre zugeführten schädlichen Bestandtheilen, ihre Blätter sind nichtfeucht genug, um viel Säure aufnehiüen zu können, und nur die geringenMengen der durch die Poren eingesaugten sauren Gase können nach-theilig wirken. Man hat zwar behauptet, dass Kohlensäure auf dem-selben Wege wirkt; man bedenke aber, dass die in der Luft vo'rhandeneMenge dieser Säure eine ungleich bedeutendere ist; denn die Atmo-sphäre enthält 0'04 Yolumprocente oder 0'06 Gewichtsprocente oderin einer Million cbm Luft 774 144 g Kohlensäure.
Enthält der Regen, wie dies in Manchester der Fall ist, in einerMillion Theilen, 10 Thle. Säure, so hört die Vegetation überhaupt auf.
Saure Dämpfe der Sodafabriken. Ausser schwefliger Säureund Schwefelsäure tritt bei der Verbrennung der Steinkohle auch Salz-säure auf, welche aber durch gleichzeitig gebildetes Ammoniak gebun-den wird, d. h. als Salmiak in die Atmosphäre gelangt. Freie Salzsäuredagegen entwickelt sich in colossalen Quantitäten bei der Zersetzungdes Kochsalzes mittelst Schwefelsäure für die Zwecke der Sodafahri-kation und wenn dieses Gas in die Atmosphäre gelangt, so kann da-durch die Vegetation ganzer Districte geschädigt werden. Währendlanger Zeit hat man das salzsaure Gas ungehindert aus den Fabrikschorn-steinen entweichen lassen, welchen man nur eine stets zunehmende Höhegab, um das Gas in grösseren Luftschichten zu vertheilen. So betrug dieHöhe des in der Muspratt’schenFabrik zuNewton, Lancashire, erbau-ten Schornsteins 300 Fuss, während der Schornstein in der Fabrik vonTennant in Glasgow sogar eine Höhe von 415 Fuss erreichte undzudem noch auf einer Anhöhe stand.
Diese Einrichtungen haben sich nicht bewährt; grössere MassenSalzsäure vertheilen sich schlecht und diffundiren bei feuchtem WetterWohl überhaupt nicht; so kam es, dass die Salzsäure in Strömen vonden Schornsteinen niederfloss, aber in Strömen, welche, da kein Ufersie eindämmte, sich schnell ausbreiteten, um in kürzester Frist das. vegeta-bilische Leben, welches mit ihnen in Berührung kam, vollständigzu ver-nichten. Oder aber der Regen fiel durch den Gasstrom, welcher inseiner ganzen oft mehrere Meilen betragenden Länge als wässerigeSalzsäure niedergeschlagen wurde, die Vegetation nicht minder voll-ständig zerstörend.
Um diesem Uebelstande zu begegnen, sind die verschiedensten• Versuche gemacht worden; so bemühte sich James Young, die sauren