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Gruppe III. Chemische Industrie.
düng und dem in Freiheit gesetzten Schwefelwasserstoff wird Calcium-hyposulfit gebildet. Sobald schweflige Säure im Ueberschuss vor-handen ist, kann Trithionat entstehen, welches bei dem späteren Hin-zufügen von Salzsäure, wie schon erwähnt, in Gyps und schwefligeSäure zerfallen wird.
Da die angedeuteten Processe nie scharf nach einander verlaufen,so ist klar, dass, wenn man ein Gemisch von Hyposulfiten und Poly-sulfiden plötzlich mit einer grösseren Menge Salzsäure versetzt und dieFlüssigkeit zugleich stark rührt, auch schweflige Säure und Schwefel-wasserstoff neben einander auftreten und sich eventuell unter Bildungeiner geringen Menge von Pentathionsäure zu Wasser und freiemSchwefel zersetzen können. Die Pentathionsäure wird bei dem Er-hitzen und bei Gegenwart freier Salzsäure ebenfalls unter Abscheidungvon Schwefel in schweflige Säure und Schwefelsäure zerfallen, d. h.zur Bildung weiterer Mengen von Gyps Veranlassung geben.
Die angedeuteten Zersetzungen verdienen die grösste Beachtung;sie zeigen, dass die Ausfällung des Schwefels nach Mond, Guckel-be r g e r und Hofmann am besten und vollständigsten erfolgt, wennfreie schweflige Säure in der bereits mit Salzsäure versetzten Laugegenau in solcher Menge vorhanden ist, dass in der hinzugefügten frischenLauge alle Sulfo- und Sulfhydratverbindungen in Hyposulfite über-geführt werden. Diese Hyposulfite sollten bei einer vollkommenenLeitung des Processes durch eine neue Quantität Salzsäure gerade aufin freie schweflige Säure und Schwefel zersetzt werden, welche ersterewiederum ausschliesslich zur Umwandlung von Sulfiden und Sulfhy-draten in Hyposulfite dienen müsste u. s. f.
Da die Flüssigkeit, welche man fortlässt, neutral sein muss, sowird mit derselben stets eine geringe Menge Schwefel in der Formvon gelöstem Calciumhyposulfit verloren gehen.
Die soeben ausgesprochenen Ansichten werden auch durch dieErfahrungen der Praktiker gestützt. Dieselben lassen stets einenTheil der zersetzten Flüssigkeit im Bottich zurück, fügen neue Mengenvon Salzsäure und danach von den Schwefellaugen hinzu und ver-meiden so jede Entwickelung von Schwefelwasserstoff oder schwefligerSäure.
Bei Schaffner’s Proeess kann unter Umständen freie schwef-lige Säure auf vorhandene Hyposulfite einwirken und diese in Trithio-nate verwandeln, welche bei dem späteren Zusatz von Salzsäure unddem schliesslichen Erhitzen Gyps liefern .werden.
Schaffner bestreitet zwar, dass das dem gefällten Schwefel bei-gemengte Calciumsulfat dieser Quelle entstammt, er glaubt viel-mehr, dass es von der der Salzsäure beigemengten Schwefelsäure her-rührt. Stahlschmidt’s Versuche deuten jedoch entschieden auf dieerste Entstehungsweise hin und lassen kaum einen Zweifel darüber,