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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Verwertliung der Sodarückstäiide etc. 491

stofftrisulfid entwickelt, welches zuerst von A. W. Hof mann 1 ) näheruntersucht wurde.

Ausser Calciumoxytetrasulfid enthalten die Schwefellaugen nachStahlschmidt Vorwiegend Calciumpentasulfid, sowie Sulfite undHyposulfite des Calciums und Natriums, neben geringen Mengenvon gelöstem Gyps und von Sulfhydraten der zuletzt ge-nannten Metalle. Die Anwesenheit grösserer Mengen von schwer-löslichem Calciumsulfit in den Laugen, welche Stahlschmidt durchden Versuch (Ausfällen mit Alkohol) nachgewiesen hat, erklärt der-selbe durch die Annahme, dass Calciumsulfit in den Laugen in che-mischer Verbindung mit anderen Schwefelmetallen existirt; er weistbei dieser Gelegenheit daraufhin, dass schon Kühl mann 2 ) eine Ver-bindung von der Formel Ca S0 3 -f- 2 Ca S 6 aq. in alten Haufenvon Sodarückständen beobachtet hat.

Obschon das Mengenverhältniss der einzelnen Verbindungen zueinander bei verschiedenen Laugen ein verschiedenes ist, da schon dieZusammensetzung der Sodarückstände, aus welchen sie gewonnen wer-den, wie bereits Richters 3 ) gezeigt hat, in verschiedenen Fabrikenerheblich von einander abweicht, so sind es doch diese Verbindungen,welche man bei der Klarstellung der, während des Ausfällens vonSchwefel aus der Lauge durch Salzsäure oder schweflige Säure, vorsich gehenden chemischen Reactionen besonders berücksichtigen muss.Nach Stahlschmidt verlaufen bei dem allmählichen und vorsichtigenVersetzen der Schwefellaugen mit Salzsäure folgende Processe nacheinander: Salzsäure zersetzt zunächst die Polysulfide unter Schwefel-abscheidung und Bildung von Schwefelwasserstoff, welcher letzterevorhandene Sulfite in Hyposulfite überführt. Fügt man jetzt neueMengen von Salzsäure hinzu, so wird aus einem Theile des gelöstenHyposulfits unter Schwefelabscheidung schweflige Säure in Freiheitgesetzt, welche auf unzersetztes Hyposulfit einwirkt, dieses nach einerlängst bekannten, von Plessy zuerst für die correspondirenden Alkali-metallverbindungen festgestellten Reaction, welche nach der Gleichung:

2R 2 S. 2 0 3 + 3 S0 2 = 2 R 2 S 3 O b -f S

erfolgt, in Trithionat verwandelnd. Sobald Salzsäure im Ueberschuss vor-handen ist, so tritt freie schweflige Säure auf und gleichzeitig zerfälltdas früher gebildete Trithionat, besonders wenn man erwärmt, inschweflige Säure und Gyps.

Schweflige Säure wirkt genau wie Salzsäure, nur wird dabei stattdes Calciumchlorids Calciumsulfit erhalten; aus der letzteren Verbin-

b A. W. Hofmann, Ber. cliem. Ges. 1868, 81. 2 ) S t ahls cluni dt,

Wagn. Jahxesber. 1872, 231. 3 ) Richters, Wagn. Jaliresber. 1868, 197;

Dingl. pol. J. CXCII, 60.