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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die Lauge, welche aus den Abdampfkesseln austritt und währenddes Kochens 36° B. anzeigt, wird in Krystallisationsgefässe geleitet,wo sie beim Abkühlen ein Doppelsalz aus Chlorkalium und Chlormag-nesium absetzt. Sie fliesst in regelmässiger Weise um Schlangenröhren,durch welche ein Strom von kaltem Wasser rinnt. Ein System vonSchraube und Schaufel, wie es in den Abdampfgefässen zur Anwendungkommt, führt auch hier das Doppelsalz in dem Maasse als es sich bil-det aus den Werkstätten in grosse Eisenblechgefässe von 5 m Höheüber, denjenigen ähnlich, welche zur Aufnahme und zum Auswaschendes schwefelsauren Natriums dienen. Die letzte Mutterlauge enthältnunmehr Chlormagnesium und würde eine reichliche Quelle von Mag-nesia abgeben, wenn die Anwendung dieser Base in der Industrie Ver-breitung finden sollte. Man könnte es auch auf Salzsäure verarbeiten,wenn der Preis derselben sich steigerte. In dieser Mutterlauge con-centrirt sich auch das Brom. Nichts würde leichter sein, als grosseMengen dieses Elements daraus zu gewinnen.
Es wird sich jedoch gleich zeigen, welchen Vortheil Ihr. Merleaus dieser letzten Mutterlauge, welche heute keinen Werth besitzt, zuziehen gewusst hat, um in die Fabrikation des Chlorkaliums eine letzteVervollkommnung einzuführen. •
Wenn man das Doppelchlorid des Kaliums mit Magnesium einmalerhalten hat, so lässt sich dasselbe, wie oben bereits erwähnt wurde,durch kaltes Wasser mit Leichtigkeit zersetzen. Der Rückstand dieserBehandlung, das Chlorkalium, wird gewaschen und in einer Centrifugegetrocknet. Für den industriellen Gebrauch ist es hinreichend rein,obgleich es ungefähr 15 p. C. Chlornatrium und etwas Sulfat enthält.In seiner Fabrik von Salindres bei Alais benutzt Hr. Merle dasselbezur Darstellung von Kaliumchlorat. Für diesen Zweck wird es mitdem Product der Einwirkung des Chlors auf Kalkmilch gemischt undzum Sieden erhitzt.
Letzte Vervollkommnungen in der Fabrikation desCklorkaliums. Die eben beschriebene Methode, welche selbst beidem heutigen Preise des Chlorkaliums noch lohnend ist, leidet an eini-gen Uebelständen. Zunächst ist sie mit Zeitverlust verbunden. Manist genöthigt abzuwarten, bis sich das schwefelsaure Magnesium wäh-rend des Winters abgesetzt hat. Zweitens veranlasst sie den Ansatzvon Schlamm, welcher eine gewisse Menge Mutterlauge, also Kali,zurückhält. Drittens verlangt sie angesichts der gegenwärtigen Kohlen-preise einen zu grossen Aufwand an Brennmaterial.
Die letzte Vervollkommnung, welche Hr. Merle in die Fabrikationeingeführt hat, erlaubt es, diese Uebelstände zu beseitigen. Sie bestehtdarin, die heisse Mutterlauge von 35°, in welchem Zustande siesich auch befinde, sowohl vor wie nach dem theilweisen Ab-