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Gruppe III. Chemische Industrie.
wissenschaftlicher Erörterung, sondern wirthschaftlicher Berech-nung. Jedenfalls ist es ein Gewinn für die Landwirtschaft, dass siedort, wo ihr andere Quellen des Kalis jetzt nicht zu Gebote stehen, indem Stassfurter und Kaluszer Mineralvorkommen einen unerschöpflichenVorrath zur Hand hat. Dass dieses erkannt wird, beweist der ständigzunehmende Verbrauch der Kalisalze nicht nur von Seiten der euro-päischen Landwirtschaft, sondern auch von überseeischen Culturstätten.Wie von den Guanoinseln und Salpeterlagern Perus und Chilis Schiffs-ladungen mit stickstoffhaltigen Düngstoffen, von der Mejillones-Bai,der Sombrero- und Bakerinsel Phosphate den europäischen Feldern zu-geführt werden, so gehen auch jetzt schon Stassfurter Kalisalze nach denKaffeeplantagen in Ceylon und inBrasilien, nach den Tabacksfeldern derHabana und von Louisiana, nach den Klee- und Maisfeldern der Nördl.Vereinigten Staaten wie nach den Baumwollpfianzungen des Südens.—Es ist auch in socialer und politischer Beziehung nicht ohne Interesse,dass namentlich in. den südlichen Vereinigten Staaten seit Aufhebungjeder Sklavenarbeit die Verwendung künstlicher Düngmittel einenenormen Aufschwung genommen hat. Die Plantagenbesitzer warenfrüher im Stande, extensive Wirthschaft zu treiben, eventuell auch,wenn eine gegebene Fläche nicht mehr entsprechend lohnte, die ihnengehörigen Arbeiter nach neuen Gebieten zu versetzen; nach der Eman-cipation der Neger konnten aber die Felder nur dort bebaut werden,wo freie Arbeiter zur Disposition standen, und es folgte daraus vonselbst eine mit allen Hilfsmitteln der Wissenschaft ausgerüstete inten-sivere Bewirthschaftung derAecker. Als höchst interessant, wenn aucherst in den Anfängen begriffen, müssen endlich auch noch die Versuchebezeichnet werden, bei Forstculturen, namentlich hei Pflanzengärtenund Spiegeleichenforsten — Schaelwaldungen — die Kalidüngmittelanzuwenden. Die königliche Forstakademie zu Neustadt—Eberswaldehatte die ersten Resultate dieser wichtigen Experimente auch in Wienzur Anschauung gebracht.
Soviel über die Kalidüngmittel in ihrer directen Verwendung.Erwähnung mag es hier noch verdienen, dass die Stassfurter Kaliindustrieder Landwirtlischaft auch indirect von nicht unwesentlichem Nutzengewesen ist, indem sie zunächst die grossen Massen von Ammonium-sulfat, welche früher gewissermaassen nutzlos in der AlaunfabrikationVerwendung fanden, für die Landwirthschaft frei machte, da bei denjetzigen niedrigen Preisen der Kalisalze fast ausschliesslich wiederKalialaun dargestellt wird; nicht minder hat die Darstellung des auchfür die Landwirthschaft so wichtigen Chilisalpeters einen enormen Auf-schwung genommen, seitdem der grösste Theil des in der Welt ge-brauchten Kalisalpeters aus Chlorkalium und salpetersaurem Natriumbergestellt wird, und hat die so vermehrte und verbesserte Productionauch eine entsprechende Preisherabsetzung des Chilisalpeters herbei-