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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Stassfurter Kaliinclustne.

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Darstellung von Glaubersalz in Bittersalzform jetzt fast ganz aufgehört,da der Preis von Bittersalz und Glaubersalz jetzt nahezu gleich steht.:Die bedeutendsten Anlagen für Glaubersalzgewinnung und Ver-arbeitung sind die der Ver einigtenActiengeseilsehaft Leopolds-hall, welche nach den bei Ziervogel & Tuchen gesammelten Erfah-rungen von L. W. Ziervogel projectirt, später noch vom Verfasserin Gemeinschaft mit Dr. Georg Borsche erweitert und verbessertworden sind, so dass in denselben im Winter 1872/73 circa 75 000Ctr.,im Winter 1873/74 circa 150 000 Ctr., im Winter 1874/75 endlich250 000Ctr. rohes Glaubersalz gewonnen und weiter verarbeitet wur-den. Die Kühlapparate haben jetzt 12000 qm Oberfläche und liefernhei günstigen Nächten bis zu 3000 Ctr. rohes krystallisirtes Glauber-salz in 24 Stunden. Die Weiterverarbeitung des gewonnenen rohenGlaubersalzes zu Soda findet bisher in Stassfurt noch nicht statt, dürfteaber mit der Zeit auch in Angriff genommen werden müssen, da nament-lich der Markt für krystallisirtes Glaubersalz ein sehr beschränkter istund überdies bei der Unsicherheit der von äusseren Verhältnissen völligabhängigen Production vorherige Abschlüsse mit den Consumenten voncalcinirtem Sulfat Glashütten etc. immer nur in beschränktemUmfange möglich sind. . Bei einer regelmässigen Verarbeitung derLöserückstände sämmtlicher Kalifabriken in Stassfurt - Leopoldshalldürfte bei jetziger Rohsalzförderung ein mittlerer Ertrag von 700 000 Ctr.rohem krystallisirtem Glaubersalz resultiren (= 230 000 bis 240000 Ctr.calcinirter), da es aber vielen Fabriken an genügenden Räumen zumAufstürzen der Rückstände etc. fehlt und die erforderlichen- Anlagenauch kostspielig sind, so werden diese die Kieseritwäsche stets dermühsameren Glaubersalzfabrikation vorziehen.

Verwerthung der letzten Laugen.

Die bei der Verarbeitung des Carnallitsalzes wie der Kainite undauch bei der Glaubersalzgewinnung fallenden letzten Laugen, welcheals wesentlichsten Bestandtheil Chlormagnesium enthalten und ein Jahres-quantum von 2 bis 3 Millionen Cent-ner (100 000 bis 150000 Tonnen)trockenes Chlormagnesium repräsentiren, haben bisher noch nicht dieBeachtung in der Technik gefunden, welche dieser Verbindung wegenihrer mannichfachen schätzenswerthen Eigenschaften gebührt und diehier kurz erwähnt werden mögen, um zu deren weiterer Ausnutzunganzuregen. Die wesentlichen physikalischen Eigenschaften des Chlor-magnesiums sind: Grosse Hygroskopicität, leichte Löslichkeit und gros-ses Volumgewicht der Lösungen, die chemischen: leichte Zersetzbarkeitdes wasserhaltigen Salzes in der Hitze in Salzsäure und Magnesia undZerlegung desselben durch alle Alkalien und alkalischen Erden.