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Gruppe III. Chemische Industrie.
Lösung von schwefelsaurer Thonerde beziehungsweise von Chloralumi-nium zusetzte, die ausgefällten Laugen, welche namentlich bei Verar-beitung von salzsaurer Thonerde bedeutende Mengen (4 Mol. für 1 Mol.Alaun) Chlormagnesium enthalten, geben beim Glühen den grösstenTheil ihrer Salzsäure ah, die zur Herstellung von neuen Chloraluminium-lösungen dienen kann. Für die Verwerthung der neuerdings, mehrfachin den Handel gebrachten natürlichen Thonerdephosphate (Rodondo-phosphat etc.) sowie der nach Jacobi’s interessanten Extractionsver-fahren mittelst schwefliger Säure gewonnenen phosphorsauren Thonerdeaus den Rasenerzen dürfte die obige vom Verfasser in Deutschland,von Townsend in England angeregte Methode Bedeutung gewinnen.
Eine andere technische Verwendung des Kieserits ist die vonDr. Grüneberg 1 ) in Anlehnung an die Scott’sche Cementbereitungvorgeschlagene Herstellung künstlicher Steinmassen durch Zusatz vonKieserit zu Aetzkalk beziehungsweise Kalkmörtel, über welche indessbisher noch keine Erfahrungen aus der Praxis vorliegen. Ebensohaben die namentlich in den letzten Jahren vielfach wiederholten und er-neuten Vorschläge, das Ammoniak aus den Gaswassern und Cloaken-wassern durch Gemische von saurem phosphorsaurem Calcium undschwefelsaurem Magnesium zu präcipitiren, zu einem technisch brauch-baren Resultate noch nicht geführt. Versuche, welche vom Verfasserdieses bereits 1865 bis 1867 in dieser Beziehung angestellt wurden J ),zeigten, dass die Fällung des Ammoniaks aus den Gaswassern als phosphor-saures Ammonium - Magnesium nur eine sehr unvollständige war undscheinen auch alle späteren Vorschläge und zahlreich genommenenPatente diese Schwierigkeit nicht gelöst zu haben, da das als Düng-mittelnamentlich für Cerealien sehr brauchhare.phosphorsaure Ammonium-Magnesium nirgends in den Handel gelaugt ist.
C. Schwefelsaures Kaliummagnesium und schwefel-saures Kalium.
Schon bei Beschreibung der Stassfurter Mineralien resp. Roh-salze wurde des Kainits Erwähnung gethan, welcher in seiner rein-sten Form ein eigenthümliches Doppelsalz von schwefelsaurem Kalium-magnesium und Chlormagnesium (K 0 SO 4 , MgS0 4 , MgCl 2 + 5II 2 0oder nach Rammeisberg MgSO.|,KCl -f- 6H 2 0) ist und durch län-geres Lagern in feuchter Luft unter Verlust von 1 Mol. Chlormagnesium,welches als Lauge ahfliesst, schwefelsaures Kaliummagnesium zurück-lässt 2 ). Der Kainit kommt indess in den Salzlagern nie in grösseren
J ) Wagn. Jaliresher. 1873, 519. 2 ) Die betreffenden Präparate waren
schon in Paris 1867 ausgestellt. 3 ) Es ist dies die von Reichardt unterdem Namen Schönit als besonderes Mineral bestimmte an feuchten Stossendes Anhaitischen Salzwerkes gefundene secundäre Bildung.