330 Gruppe III. Chemische Industrie.
saures Natrium, das den Boden durchdringt. Wo immer eine weisseKruste auf der Oberfläche sich zeigt, ist das Yolk mit der Bezeichnung„alkali“ bei der Hand.
Diese Salzefflorescenzen bilden eine charakteristische Erscheinungfür eine weitreichende Gebirgskette. Im Sande finden sich in manchenThälern dieses Gebirgs Nester und Schichten von mehr oder wenigerverunreinigtem Boronatrocalcit. Ferner ist noch für dieses Gebirgedie grosse Anzahl heisser Quellen bemerkenswerte Hier, speciell inHotsprings, befinden sich acht thätige heisse Quellen, von denen siebenkaum einige Fuss von einander liegen, die achte aber etwa 200 Fussnördlich davon. Letztere hat ein Bassin von nahe 50 Quadratfuss undeine Quellenöffnung von 3 /4 Quadratfuss, eine Temperatur von 87’7°C.,und ist bald mehr, bald weniger activ. Man führt dies auf den Einflussdes Mondes zurück; doch sah ich den Geiser auch thätiger werden,wenn der Mond nicht auf dieser Erdhälfte zu sehen war. Das Wasserhat einen schwach salzigen Geschmack und überzieht, wo es hinrieseltund verdunstet, Alles mit einer Kieselsäurekruste. Es ist völligneutral und lieferte heim Abdampfen 0'2421 p. C. Salzrückstand,
bestehend aus:
Doppeltborsaurem Natrium . . 0'0020
Chlornatrium.0‘1349
Schwefelsaurem Natrium . . . 0'0693Eisenoxyd und Thonerde . . . O'OOlöSchwefelsaurem Calcium . . . 0'0047Kieselsäure.0'0297.
Von den sieben ersterwähnten heissen Quellen hat nur eine einenbedeutenderen Umfang, sie kommt zwischen einem Felsenbette zu Tageund fliesst unter der Oberfläche wieder ab. Die Wassermenge scheintunerschöpflich; so viel Wasser man auch wegnimmt, das Niveau bleibtsich gleich. Die Temperatur beträgt 82’2°C. und da, wo der warmeDunst die Felsen behaucht, hat sich eine schleimige dunkelgrüne Kryp-togame angesiedelt. In unmittelbarer Nähe der heissen Quellen wächstetwas Gras, hier eine so seltene Erscheinung, sowie einige anderePflänzchen, die weiterhin auf trockenem Boden nicht fortkommen (Po-li/gonum aviculare, Thlaspi cirvense). Drei Fuss südlich vom grossenBassin befindet sich ein zwei Fuss weites, senkrecht hinabführendesLoch, aus dem die heisseste Quelle kommt, sie hat 91'1°C. Gehen wirvon diesen klaren Quellen etwas nördlich, so stossen wir in geringerEntfernung auf gelbliche und schmutzig bläuliche Haufen, in derenCentrum dampfendes Wasser ununterbrochen thätig ist, dick aufge-schlämmten Thon, der verschiedene andere Mineraltheilchen einschliesst,aus der Tiefe an die Oberfläche zu befördern. Solcher Schlammgeiser( mudsprings ) zählte ich acht, doch sind sie nie alle zu gleicher Zeitthätig.