328
Gruppe III. Chemische Industrie.
Zur Gewinnung des,Borax senkt man eiserne Kästen in den Seeein, entfernt das Wasser durch Auspumpen und gräbt danach denBoden aus.
Die fertig gebildeten Boraxkrystalle werden von chinesischen Ar-beitern ausgelesen, den Rest laugt man mit Wasser aus und erhältnach dem Eindampfen neue Mengen von Boraxkrystallisationen.
Nach Philipps 1 ) werden aus dem Borax-Lake täglich etwa1500 Kg rohen Boraxes gewonnen. Derselbe besteht in 100 Theilen aus:
51'85 trockenem Borax,
45'44 Krystallwasser,
1 '4 2 unlöslichen Substanzen,
0'06 Natriumsulfat,
0'08 Kochsalz,
1 ‘ 15 Natriumphosphat. ”
Ein anderes erst neuerdings allgemeiner bekannt gewordenes Vor-kommen von Borax ist das in dem Ourmiahsee in Persien. Das zurBoraxdarstellung verwandte Wasser dieses Sees enthält nach Ilm. Abich'/2 p- C. Borax 2 ).
Das wichtigste Borsäuremineral nach dem Tincal ist der Boronatro-<calcit,. welcher ein Doppelsalz von Calcium- und Natriumborat ist undwelchem nach Rammelsberg die Formel:
Na 2 B 4 O 7 “h 2 CaBjCb -J- 18 aq.
zukommt.
Grosse Lager dieses Minerals befinden sich in Chile und Peru inunmittelbarer Nähe des bekannten Natronsalpeterfeldes, bei Windsorauf Clifton in Neuschottland, an der Westküste von Afrika, und inCalifornien. Der Boronatrocalcit bildet meist zu Tage stehendeAblagerungen von sandiger Structur, welche reichlich mit Knollen vonHaselnussgrösse bis zur Grösse eines Gänseeies vermischt sind.
Die Knollen haben auf dem Bruche ein strahlig krystallinisches,seideglänzendes Gefüge und sind meist von grau weisser, zuweilen auchvon rein weisser Farbe.
Hr. H. Reck 3 ) berichtet über die Boronatrocalcitlager in derProvinz Tarapaca in Peru. Dieses Mineral kommt in der dort befind-lichen Pampa del Tamarugal sowohl an den Grenzen der Saljieterfelderals auch isolirt vor und findet sich in der Form von einzeln neben-einander liegenden dicken Knollen in einer weichen, weisslichen, tho-nigen Sanderde eingelagert. Die Arbeiter, welche mit der Förderungbeschäftigt werden, erkennen das Vorhandensein dieser Knollen anäusseren Anzeichen, zumal an der die Oberfläche bedeckenden dünnen
] ) Philipps, Bull. Soc. d’Encour. Bec. 1869, 712; Chem. News 1870,Nro. 534, 82. 2 ) D a u b r 6 e, in der bereits citirten Abhandlung. 3 ) H. Reck,
Berg- u. hüttenm. Ztg. ,1863, 228; Wagn. Jahresber. 1863, 352.