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Silicium Verbindungen.
hat. Wie der Berichterstatter aus kundiger Quelle erfährt, wird indessein in gewissen Zeiträumen erneuter Wasserglasanstrich der Marmor-denkmäler in Berlin nicht für erforderlich erachtet, ln neuerer Zeithat das Verfahren ziemlich allgemein Eingang gefunden, hei Häusernmit Sandsteinfagaden die letzteren mit Wasserglas zu tränken. Esist dies z. B. auch bei dem Nationalmuseum in Berlin geschehen. Da-durch, dass dem Wasserglas gewisse rothbraune Mineralfarben zuge-setzt werden, ruft man zugleich einen angenehm warmen Farbentonhervor.
Diese Wirkungen des Wasserglases führen uns zu einer der inter-essantesten Anwendungen desselben, durch welche die Malerei, beson-ders die Monumentalmalerei mit einer Technik bereichert ist, welchedie bisher gebräuchlichen Malarten an Solidität weit übertrifft — wirsprechen, wie Jeder bemerkt, von der Art von Malerei, welcherv. Fuchs den Namen Stereochromie (von ötSQsög, fest, unddie Farbe) gegeben hat '). Bei dieser Malerei, um welche sich imVerein mitv.Fuchs die Maler W. v. Kaulbach und Echter besondereVerdienste erworben haben, bildet das Wasserglas das Bindemittel derFarben und ihrer Grundlage. Bei der Stereochromie auf Wandflächenist von besonderer Wichtigkeit die richtige Bereitung des Mörtelgrnnds,wobei der Untergrund und der Obergrnnd zu unterscheiden ist. Dererste Bewurf öder Untergrund wird mit Kalkmörtel gemacht. DieserBewurf bleibt mehrere Tage hindurch der Luft ausgesetzt, damit ereinerseits austrockne, andererseits Kohlensäure aus der Luft anziehe.Sodann wird der Mörtel mit Wasserglas getränkt. Man wendet dazuNatriumwasserglas an, oder Doppelwasserglas, welches mit soviel Natrium-kieselfeuchtigkeit versetzt ist, dass es nicht opalisirt, sondern ganzklar ist. Nachdem der Untergrund so befestigt worden ist, wird derObergrund, welcher das Bild aufnehmen soll, ungefähr 2 mm dickmöglichst eben aufgetragen. Er ist von ähnlicher Beschaffenheit wieder Untergrund. Beim Austrocknen desselben bildet sich eine dünneSchicht von kohlensaurem Kalk. Von diesem, welcher das Einsaugender Wasserglaslösung verhindern würde, wird der getrocknete Grunddurch Reiben mit einem scharfen Sandstein befreit. Zugleich erhält erdadurch die zum Malen erforderliche Rauhheit, v. Fuchs empfiehlt auch,statt den kohlensauren Kalk durch Abreiben zu entfernen, denselben durchWaschen mit verdünnter Phosphorsäure zu zersetzen. Der dadurch entste-hende phosphorsaure Kalk bindet gut mit dem Wasserglas. Dies wird jetztdem Obergrund imprägnirt, um ihm die gehörige Consistenz zu gebenund ihn mit dem Untergründe zu verschmelzen. Sobald er wiedertrocken ist, werden die Farben mit reinem Wasser aufgetragen. Schliess-lich werden die Farben fixirt, indem das oben erwähnte Fixirungs-
!) v. Fuchs, Dingl. pol. J. CXLII, 368.
Wiener Weltausstellung. III. Qf)