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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Siliciumverbindungen.

kreide recht innig zu einer dicken plastischen Masse zusammenzurühren.Diese erhärtet nach 6 bis 8 Stunden zu einer Masse von ausserordent-licher Festigkeit. Durch gleichzeitigen Zusatz gefärbter Stoffe erhältman Kitte von verschiedenen Farben. So liefert der Zusatz vonSchwefelantimon eine schwarze Kittmasse, die sich nach dem Festwer-den mit einem Achatstein poliren lässt und dadurch ein metallischesAnsehen erhält. Mit Limatura ferri erhält man einen _grauschwarzenKitt, mit Zinkstaub eine ausserordentlich fest werdende graue Masse,die sich poliren lässt und dann die glänzende weisse Farbe des me-tallischen Zinks annimmt, und welche ebenso fest an Metallen wie anStein und Holz haftet. Kohlensaures Eisenoxydul giebt einen hell-grünen, Chromoxyd einen dunkelgrünen, Kobaltblau einen blauen,Mennige einen orangefarbenen, Zinnober einen hochrothen, Carmineinen violetten Kitt. Schlemmkreide allein liefert mit Wasserglas-lösung einen weissen Kitt, Schwefelantimon und Limatura ferri zugleichen Maasstheilen, einen schwarzen von sehr grosser Festigkeit,Zinkstaub und Limatura ferri zu gleichen Maasstheilen einen steinhartwerdenden dunkelbraunen Kitt.

Eine sehr wichtige Anwendung findet das Wasserglas zur Her-stellung von künstlichen Steinen. Es lassen sich dazu allerleiRückstände der Grossindustrie verwenden. So stellt Thomas J )künstliche Steine in der Weise dar, dass er die Sodarückstände (ausSchwefelcalcium bestehend) mit gerösteten Pyriten, den Kiesabbrändender Schwefelsäurefabrikation, innig mengt, das Gemenge mit concen-trirter Wasserglaslösung zu einem Brei anrührt und daraus Ziegelformt, die nach dem Trocknen sehr hart sind und dem Wasser wider-stehen.

Am meisten verbreitet sind Ransomes künstlicheSteine, die be-sonders in England, Indien und Amerika immer mehr und mehr ge-braucht werden. Sie werden auf folgende Weise hergestellt * 2 ). Es wirdWasserglaslösung durch Auflösen von Feuerstein in Natronlauge von1*12 specif. Gew. in geschlossenen Kesseln unter Dampfdruck von 4*25bis 4*50 Kg pro qcm bereitet. Die entstandene Lösung von 1*2Yol.-Gew. wird nach erfolgter Klärung durch Dampfrohrenheizung biszum Vol.-Gew. von 1*7 concentrirt, und diese zähe Flüssigkeit wirdmit Sand, der je nach Bestimmung der Producte verschiedenartig ist,zuweilen auch unter Zusatz von Kalkpulver, vermischt. Der frischeSand wird so vorbereitet, dass er zunächst durch einen Elevator in dasoberie Ende eines geneigten, sich drehenden Blechcylinders gehobenund durch einen hineingeblasenen Strom heisser Luft rasch getrocknet

D Thomas, Chem. News 1864,- 82; Bull. Soc. chim. 1864, I, 297.

2 ) Engineering, Aug. 1868, 143; Dingl. pol. J. CXCIT, I21;-Wagu. Jahresber.1869, 371.