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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Siliciumverbindungen. 291

Was nun die technische Bedeutung des Siliciums nnd seiner Ver-bindungen anbetrifft, so ist über das Element selbst in dieser Beziehungnur wenig hervorzuheben. Die Analogie desselben mit dem Kohlenstoffzeigt sich auch darin, dass es in ähnlicher Weise wie dieser mit manchenMetallen Verbindungen eingeht oder beim Schmelzen derselben sichdarin auflöst. Es verbindet sich leicht mit Aluminium, Zink, Eisen,Mangan., Kupfer, Platin, dagegen nicht mit Blei. In geschmolzenemAluminium und Zink löst es sich wie der Kohlenstoff im Gusseisenauf und wird beim Erkalten wieder krystallisirt, beim Aluminiumgraphitartig, beim Zink .diamantartig, abgeschieden. Mit Eisen bildetdas Silicium sehr harte, dem Gusseisen und Stahl ähnliche Massen, diebei einem Gehalt von nur 1 / i p. C. JSilicium schwer zu feilen und zuhämmern sind. Mit Kupfer entstehen eigenthümliche, von Devilleund Caron als Kupferstahl bezeichnete Verbindungen. Diejenige mit

12 p.C. Silicium ist weiss wie Wismuth, sehr hart, spröde, schmilztleichter wie Silber; ein Kupfer mit 4'8 p. C. Silicium ist schön hejl-bronzefarbig, schmelzbar wie gewöhnliche Bronze, etwas weniger hartwie Eisen und wie letzteres bearbeitbar, sehr dehnbar'und daraus ge-fertigter Draht ist mindestens so fest wie Eisendraht. Kieselmanganhat die Farbe eines hellen Gusseisens, ist hart, sehr spröde, an derLuft nicht sehr veränderlich, weniger strengflüssig als reines Manganund nimmt schöne Politur an. Von Brunner und Wöhler sindProben mit verschiedenem, bis zu 13 p. C. steigendem Siliciumgehaltedargestellt worden. Platin vereinigt sich mit Silicium, wenn diesesaus Verbindungen abgeschieden wird, z. B. beim heftigen Glühen vonKieselsäure mit Kohle. Es wird dadurch matt, hart und spröde, eineErfahrung, welche beim Gebrauch von Platintiegeln wohl zu berücksich-tigen ist 1 ).

Von Wichtigkeit ist die Gegenwart des Siliciums im Eisen. Esmacht den Stahl härter und spröder und vermindert, wenn es in irgenderheblicher Menge zugegen ist, seine Festigkeit. Im Roheisen ist esein nie fehlender Bestandtheil. Im weissen Roheisen übersteigt derSiliciumgehalt selten 1 /i p. C., graues enthält 3 p. C., ja sogar bis gegen

13 p. C. Grössere Mengen Silicium sind schädlich. Die Gusswaarenaus sehr siliciumreichen Roheisen lassen sich nicht gut weiterbearbeiten, auch lässt sich ein solches Roheisen nur schwierig ver-frischen und liefert kaltbrüchiges Stabeisen.

Ein siliciumreiches Roheisen eignet sich dagegen gut für die Stahl-bereitung nach dem Bessemerverfahren. Während bei weissein Roheisensogleich nach dem Chargiren des Apparats eine heftige und reichlicheKohlenoxydgasentwickelung in stossweisen Eruptionen eintritt, dauert

b Vergl. über Siliciummetalle Stölzel', Die Metallurgie, in BollevsHandbuch der chemischen Technologie.

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