Kohlenstoff. Graphit. 255
unlöslich. Durch chlorsaures Kalium und Salpetersäure wird es wiederin Graphitoxyd ubergeführt. Wird das Graphitoxyd in sehr kleinenMengen vorsichtig auf etwa 250° erhitzt, so geht es in Pyrographit-oxyd über, ein schwarzes, leichtes, flockiges Pulver, welches, nochWasserstoff und Sauerstoff enthält. ~
2. Graphit aus Gusseisen. Das daraus erhaltene Graphit-oxyd bildet grünlich gelbe Schuppen, die sich beim Trocknen nichtznsammenhäufen und ihre Farbe behalten. — Mit Jodwasserstoffsäureliefert es, ein braunes Hydroxyd, welches beim Erhitzen sich unterAufschwellen zersetzt und dabei zugleich Jod entwickelt. Bei erneuer-ter Oxydation liefert es wieder dasselbe Oxyd, aus welchem es ent-standen ist. — Beim Erhitzen zersetzt sich das Oxyd aus Gusseisen-graphit unter lebhafterem Verbrennen und stärkerem Aufschwellen alsdas aus natürlichem Graphit; das entsprechende Pyrographitoxyd löstsich weit vollständiger hei erneuerter Oxydation auf.
3. Elektrischer Graphit. Das daraus gebildete Oxyd ist einkastanienbraunes Pulver, welches beim Trocknen sich nicht merklichzusammenhäuft. Das Hydroxyd wird beim Erhitzen ohne Aufschwel-len zersetzt und giebt bei der Oxydation wieder das kastanienbraunepulverige Oxyd. Das Pyrooxyd ist ein schweres, nicht flockiges Pulver;bei erneuerter Oxydation verschwindet es vollständig.
Nachdem wir so einen Augenblick bei diesen interessanten Unter-suchungen verweilt sind, für deren Details wir auf die Originalabhand-lungen verweisen müssen, wollen wir einen Blick auf die zur Reinigungder natürlichen Graphite angewendeten Verfahrungsweisen werfen, diesich besonders auf die Brodie’sche Arbeit gründen.
Der geförderte Graphit wird zunächst zerkleinert und von denfremden Beimengungen, Gangart u. s. w. mechanisch möglichst getrennt.'Dann wird er zu einem feinen Pulver gemahlen und dieses Pulver einersorgfältigen Schlämmung in langen Rinnen unterworfen. Der Graphitist specifisch leichter, als alle ihn verunreinigenden Gesteine und kanndaher durch Schlämmen in einen für viele Zwecke genügenden Zustandder Reinheit übergeführt werden.
Handelt es sich um absolut reinen Graphit, so findet das Bro-die’sche Verfahren Anwendung, wobei er zugleich in der Form einesunfühlbaren Pulvers erhalten wird, das viel feiner ist, als es durchmechanische Zerkleinerung zu gewinnen ist. Es wird der gepulverteGraphit mit einem Alkali-Nitrat, Chlorat, Chromat oder Bichromat ge-mischt; am besten eignet sich Kaliumchlorat, von dem bis y I6vom Gewichte des Graphits genügt. Zu dieser Mischung wird con-centrii'te Schwefelsäure (von 1'8 Vol.-Gew.), das doppelte Gewichtdes Graphits, gesetzt. Dieser Brei wird in einem eisernen Gefässe vor-sichtig hei massiger Temperatur erhitzt, wobei eine reichliche Ent-