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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Diamant sowohl wie gewöhnliche Kohle verwandeln sich in Graphit,wenn sie durch den elektrischen Strom ins Glühen gerathen. Die Tem-peratur, welche der Strom einer galvanischen Batterie von .-600 bis 600Elementen, wie sie dazu erforderlich ist, hervor bringt, ist so hoch, dassder Kohlenstoff erweicht, ja sogar sich verflüchtigt.

Auch durch Zersetzung von Schwefelkohlenstoff bei hoher Tempe-ratur erhält man reichliche Mengen von Graphit.

Die Leichtigkeit, mit welcher amorphe Kohle vermittelst Roheisensin Graphit zu verwandeln ist, hat die Veranlassung zu manchen Ver-suchen gegeben, noch einen Schritt weiter zu gehen und den Graphitin Diamant überzuführen. Bis jetzt sind diese Versuche fruchtlos ge-wesen, und wenn sich die Ansicht bewahrheiten sollte, dass der Diamantdas Product der langsamen Zersetzung von Pflanzenstoffen ist, so dürfteüberhaupt ein Weg vom Graphit zum Diamanten nicht zu bahnen sein.

Die natürlichen Graphite, welche den weitaus grössten Theil desder Graphitindustrie zu Gebote stehenden Materials ausmachen, sindimmer mehr oder weniger verunreinigt. Ein Bild der Vertheilung derfremden Beimischungen giebt die nachfolgende Tabelle von Analysen,welche Hr. Ch. Mene 1 ) ausgeführt hat.

Fundort.

Borrow-

dale

Passau

Mu-

grau

Ceylon

Schwarz-

bach

Ural

(Alibert)

Vol.-Gewicht.

2-3455

2-3032

2-1197

2-3501

2-1759

2-1759

Flüchtige Bestandtheile . .

1-10

7-30

4-10

5-10

1-05

0-72

Kohlenstoff.

91*55

81-08

91-05

79-40

88-05

94-03

Asche.

7-35

11-62

4-85

15'50

10-90

5-25

1 Kieselsäure.

0-525

0-537

0-618

-

0-620

0-642

ja .3 1 Thonerde.

0-283

0-356

0-285

0-285

0-247

ja <j SEisen.

0'120

0-068

0-080

0-063

0.100

_ I

m jo IKalk, Magnesia .

0-060

0-017

0-007

-

0-015

0-008

^ 'Alkalien, Verlust .

0-012

0-022

o-oio

0-017

0-003

Anfangs wurde der natürliche Graphit bei seiner Hauptverwendung,der Bleistiftfabrikation, direct verarbeitet. Dies giug an, wo der Gra-phit, wie in den berühmten Cumberlandschen Gruben, in derber, dicht-körniger Form vorkam und in Stücken, welche gross genug waren, umohne Weiteres Bleistifte daraus zu schneiden. Weit häufiger kommt aber

!) Mene, Compt. rend. LXIV. 104; Wagn. Jahresber. 1867, 222.