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Gruppe III. Chemische Industrie,
Erhebliche Lager sind ferner in Nordamerika gefunden worden.Bekanntere Fundorte sind Sturbridge in Massachusetts, Ticonderoga inNew-Jersey, Fishkill landing in New-York u. s. w. In neuerer Zeithat man grossartige Funde in Californien gemacht. Die wichtigste Lager-stätte ist die „Eureka Black Lead Mine“ hei Sonora, der Hauptstadtvon Tuolmune County. Sie liegt an der Westseite des Tennessee Gulch,eines Nebenflusses des Wo.od’s Creek, etwa 68 Meilen von Stockton,dem bedeutendsten Schifffahrtsplatz am San Joaquim River, entfernt.Das Mineral bildet hier einen Gang von 20 bis 30 Fuss Mächtigkeit;sein Liegendes besteht aus Diorit, sein Hangendes aus Thonschiefer.Es ist so rein, dass es zum grössten Theil in festen Blöcken gebrochenund ohne weitere Behandlung verpackt wird. Im Jahre 1868 wurdenmonatlich 20 000 Centner gewonnen, ohne dass der Bau in möglichstgrosser Ausdehnung betrieben wäre J ).
Der in der Natur vorkommende Graphit enthält gewöhnlich einengrösseren oder geringeren Procentgehalt an Asche, welche im Wesent-lichen aus Kieselsäure und Eisenoxyd besteht. Die Art und Weise,derReinigung zum Zwecke weiterer Verarbeitung werden wir weiter untenbetrachten.
Werfen wir vorher einen Blick auf die künstliche Erzeugung vonGraphit. Diese wurde zuerst von Scheele (1778) beim Ausschmelzen desEisens aus den Erzen in den Hohöfe’n beobachtet. Geschmolzenes Roh-oder Gusseisen, eine Verbindung von Eisen mit Kohlenstoff, annäherndder Formel Fe 4 C entsprechend, vermag noch Kohle des Brennmaterialsaufzulösen. Bei langsamer Abkühlung krystallisirt letztere in Form vonGraphit aus, der 1 / 2 s vom Gewichte des Eisens ausmachen kann. SeineGegenwart macht das Eisen zu „grauem“ Roheisen. Er kann von letzteremleicht durch wiederholtes Schmelzen des Eisens oder durch Behandelnmit Säuren, welche das Eisen auflösen, z. B. mit Salzsäure, getrenntwerden. Bei letzterer Behandlung geht der mit dem Eisen chemischverbundene Kohlenstoff in Form eines übelriechenden Kohlenwasser-stoffs fort. Auch die Garschlacken der Frischherde scheiden Graphitaus. Hr. Berthelot 2 ) fand bei der Analyse eines Meteoriten, derzu Cranbourne bei Melbourne in Australien gefallen ist, Graphit, dener als identisch mit dem Hohofengraphit erkannte.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Graphit im Roheisen durchZersetzung von Cyan und Cyanverbindungen entsteht. Es ist bekannt,dass im Hohofenprocess nächst dem Köhlenoxydgas die Cyanwasser-stoffsäure ein Hauptreductionsmittel des Eisenerzes ist. Das Cyanspaltet sich in Graphit und Stickstoff, welch letzterer in Form von Am-moniak massenhaft im Hohofen auftritt. Wie Hr. R. Wagner 8 ) beob-
!) Chem. News 1868, 209; Dingl. pol. J. CLXXXIX, 175. 2 ) Ber-
thelot, Compt. rend. LXXIII, 494. 3 )Wagner, Wagn. Jahresber. 1869, 230.