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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Harcourt 1 ) und Siewert/) wenden Zink und Eisenfeile, Bunsen 3 )eine Zinkeisenspirale, Cliapmann 4 ) Blattaluminium an. In allenFällen wird das gebildete Ammoniak durch Abdestilliren isolirt undbei grösseren Mengen mit titrirter Schwefelsäure bestimmt, bei sehrkleinen Mengen colorimetrisch mittelst der Nesslerschen Probe ge-messen. Nach Früklings 5 ) Angaben, die Tiemann bestätigt, gebendie auf diesem Princip beruhenden Methoden bei Anwesenheit vonorganischen Substanzen unrichtige Resultate. Finken er 1 ) hat ge-funden, dass zwar alle Salpetersäure zersetzt, jedoch in keinem Falleder Stickstoff vollständig in Ammoniak übergeführt werde.

II. Bestimmung der Salpetersäure durch Reduction zu Stickoxydund Wiederüberführung desselben in Salpetersäure. Diese zuerst vonSchlösing 6 ) vorgeschlagene, später von Reichardt 7 ) modificirteMethode beruht auf der Reduction der Salpetersäure zu Stickoxyd durchEinwirkung von Eisenchlorür und Salzsäure, Oxydation des Stickoxydsmittelst Sauerstoff und Wasser zu Salpetersäure und Titriren derselbenmit verdünnter Natronlauge. Schlösing fängt das Stickoxydgasüber Quecksilber auf, während Reichardt die leichter zu beschaffendeNatronlauge anwendet, welche nach seinen Versuchen nur verschwindendkleine Mengen von Stickoxyd absorbiren soll.

III. Methoden, welche die Salpetersäure durch Messen des darausdargestellten Stickoxyds bestimmen. Walter Crum 8 ) sowie Frank-land und Armstrong 9 ) zersetzen die Nitrate in sehr concentrirterLösung durch einen Ueberschuss von concentrirter Schwefelsäure undreduciren die in Freiheit gesetzte Salpetersäure durch Schütteln mitQuecksilber zu Stickoxyd, welches nach Walter Crum in der Zer-setzungsröhre, nach Frankland und Armstrong in einem gaso-metrischen Apparat gemessen wird.

Fr. Schulze 10 ) wendet wie Schlösing zur Zersetzung der NitrateSalzsäure und Eisenchlorür an und fängt das beim Erwärmen freiwerdende Stickoxyd über feuchtem Quecksilber auf, das sodann demVolum nach bestimmt wird. Diese Methode, welche nach den Angabenvon Wulfert 11 ) und Tiemann sehr genaue Resultate giebt, ist vonTiemann 12 ) in der Weise modificirt worden, dass statt Quecksilberconcentrirte Natronlauge als Sperrflüssigkeit angewendet wird.

7 ) Harcourt, Chem. Soc. J. XV, 385. 2 ) Siewert, Ann. Chem.

Pharm. CXXV, 293. 3 ) Bunsen, Zeitschr. f. analyt. Chem. 1870,

414. 4 ) Cliapmann, Suttons Volum. Analysis, Sec. Ed. 280.

B ) Frühling , Landwirthscli. Versuclisst. VIII, 473. 6 ) Bose, Analyt.

Cliem. 6. Aufl. II,,.829. °) Schlösing, Ann. chim. phys. [3] XL, 479;

Journ. f. prakt. Chem. LXII, 142, 7 ) Beichardt, Zeitschr. f. analyt.

Chem. 1870, 24. 8 ) Walter Crum, Ann. Chem. Pharm. LXII,

233. ®) Erankland, Chem. Soc. J. [2] V, 6, 77. 10 ) Schulze, Zeitschr.

f. analyt. Chem. 1870, 401. n ) H. Wulfert, Dissert.-Schr. d. phil.Pac. Bostock. 12 ) Tiemann, Ber. Chem. Ges. 1873, 1041.