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Gruppe III. Chemische Industrie.
darin noch eine Trübung hervorbringt; nachdem die Vorlage gewechseltist, destillirt man bis auf einen geringen Rückstand ab. Für vieletechnische Anwendungen ist es wünschenswerth, eine chlor fr eie Säurezu haben, während die anderen nur in sehr geringer Menge vorhan-denen Verunreinigungen nicht schaden. Manche Fabriken waschen zudiesem Zweck den Chilisalpeter so lange mit reinem Wasser, oderbesser einer gesättigten Lösung von chlorfreiem Chili Salpeter, bis allesKochsalz entfernt ist; andere ziehen es vor, den Chlorgehalt aus derfertigen Salpetersäure zu entfernen, was sehr leicht geht, wenn mandie Säure in Thongefässen, die im Wasserbad stehen, erwärmt undgleichzeitig mit einer Luftpumpe einen Luftstrom durchpresst; die ent-weichende chlorhaltige Untersalpetersäure wird in einen Cokethurmgeleitet; die Salpetersäure lässt sich auf diese Weise wasserhell, freivon Chlor und Untersalpetersäure darstellen. —
R. Wagner 1 ) hat vorgeschlagen, zur Darstellung der Salpetersäuredas bei der Kryolith- und Bauxitindustrie als Nebenproduct erhalteneThonerdehydrat zu benutzen, indem man es mit Chilisalpeter glüht,wobei Salpetersäure und Untersalpetersäure entweichen, letztere solldann durch Behandeln mit Wasser und Luft ebenfalls zu Gute gemachtwerden. Das zurückbleibende Thonerdenatron wird mit Kohlensäurezerlegt in kohlensaures Natrium und Thonerdehydrat, welches zur Zer-setzung neuer Quantitäten Chilisalpeter angewendet werden kann.Anstatt des Thonerdehydrats glaubt Wagner (1. c.)auch fein zertheilteKieselsäure anwenden zu können, wie sie bei der Zersetzung von Wasser-glas oder Fluorsilicium resultirt. Diese schon im Jahre 1865 vonWagner vorgeschlagene Methode ist später noch zweimal in Englandpatentirt worden, im Jahre 1867 von J. Poole, W. Stase und H. Baker 2 )und im Jahre 1870 von J. H. Johnson 3 ). — Soweit dem Verfasserbekannt, ist diese Methode noch nicht in grossem Maassstabe zur Aus-führung gebracht worden.
Tessie du Motay 4 ) schlägt vor, über Manganate, Permanganateoder Chromate, welche auf 340 bis 560° erhitzt sind, ein Gemengevon Ammoniak und Sauerstoff zu leiten und die sich hierbei bildendensalpetersauren Salze in Rothglühhitze durch Luft und Wasserdampf zuzersetzen, wobei Salpetersäure frei wird und Manganate oder Chromateregenerirt werden. Wie so viele andere Vorschläge dieses vielerfin-denden Chemikers, ist auch der eben genannte von der Industrie bis-lang nicht verwerthet worden.
4 ) B. Wagner, Wagn. Jaliresber. 1865, 249. 2 ) Deutsche Industrie-
Zeitung 1867, 158; Wagn. Jaliresber. 1867, 998. s ) J. H. Johnson , London(für H. M. Baker, Williamsburg U. St.) Darstell, von Säuren und alkalischenSalzen. Pat. Nro, 2866, datirt 31. Octbr. 1870. 4 ) Tessiö du Motay,
Deutsche Industr.-Ztg. 1871, 388; Wagn. Jaliresber. 1871, 260.