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Salpetersäure und ihre Salze.
auf, dass die Salpeterkrystalle damit bedeckt sind; nach 7 bis 8 Stundenwird die Flüssigkeit wieder abgelassen und nach 12stündigem Abtropfenfrisches Wasser aufgegeben. Man wiederholt dieses Auswaschen sooft, bis die gewünschte Reinheit erreicht ist, was meist schon nach demzweiten Auswaschen der Fall ist.
Verfasser dieses sah im Jahre 1869 in einer schottischen Fabrikdie beschriebenen Methoden in der Weise modificirt, dass die trockenenSalze, Kaliumchlorid und Natriumnitrat, in äquivalentem Verhältnissmit einer zur völligen Auflösung unzureichenden Menge Mutterlaugeerhitzt wurden. Die Operation geschah in einer Anzahl nicht sehrgrosser eiserner Cylinder, welche mit mechanischem Rührwerk versehenwaren und durch einen Dampfmantel erwärmt wurden. Die sich reich-lich entwickelnden Wasserdämpfe zogen durch ein seitlich angebrachtesRohr nach dem Fabrikschornstein ab. Nach mehrstündigem Rühren,wobei das verdampfte Wasser stets durch Mutterlaugen ersetzt wird,ist die Umsetzung derart vollendet, dass die Flüssigkeit die ganzeMenge Kaliumnitrat gelöst enthält und das feste Salz aus feinen Chlor-natriumkrystallen besteht. Aus der klar abgesetzten Salpeterlaugescheidet sich durch gestörte Krystallisation Salpetermehl ab, welches durchAuswaschen von anhängendern Chlornatrium befreit wird; das Kochsalzwird ebenfalls so lange gewaschen, bis es fast frei von Salpeter ist.Die Mutterlaugen und Waschwasser werden bei der Behandlungneuer Quantitäten von Chlorkalium und Chilisalpeter zugesetzt undsollen dieselben bei vorsichtiger Arbeit sämmtlich aufgebraucht werdenkönnen.
Andere Methoden zur fabrikmässigen Umwandlung des Chilisalpetersin Kaliumnitrat sind jetzt wohl nirgends mehr im Gebrauch. Einälteres Verfahren benutzte die Kalisalze der Schlempekohle der Rüben-zuckerfabriken. Der wässerige Auszug der Schlempekohle besteht vor-zugsweise aus Kaliumsulfat, Kaliumchlorid, Kaliumcarbonat und Natrium-carbonat; beim Eindampfen auf 1'38 Vol.-Gew. (40° B.) scheidet sich inder Hitze das Kaliumsulfat und beim Erkalten der grösste Theil desKaliumchlorids aus; die von diesen Salzen getrennte Lauge wurde mitChilisalpeter versetzt und weiter eingedampft, wobei Natriumcarbonatmit mehr oder weniger Natriumchlorid vermischt ausfiel und ausge-fischt ward; aus der klar abgezogenen Mutterlauge krystallisirte derKaliumsalpeter beim Erkalten aus.
Eine andere von Landmann 1 ) vorgeschlagene Methode war län-gere Zeit in England im Gebrauch und wurde auch von C. Nöllner 2 )zur Zeit des Krimkrieges in Billwerder bei Hamburg angewandt. Sieberuht auf der Umsetzung von kaustischem Kali und Chilisalpeter in
!) Landmann, Dingl. pol. J. CXVII, 78. C. Nöllner, Polyt.
Notizbl. 1867, 370; Wagn. Jahresber. 1868, 288.