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Gruppe III. Chemische Industrie.
Apparate das Ausspritzen von Schwefelsäure zu verhindern, ist obenam Luftrohr ein Trichter (mit Deckel zum Abheben) angebracht. Willman den Apparat ganz entleeren, so verschliesst man die Oeffnung imTrichter mit einem Stöpsel, der nicht von dem den Apparat bedienendenArbeiter aufbewahrt wird.
Bei der zu demselben Zwecke von Johnson, Matthey & Co. ge-troffenen Anordnung ist in dem Luftrohr oben ein Wechselhahn einge-schaltet, um den Apparat leer hebern zu können. Es ist wahrscheinlich,dass der Arbeiter den Hahn meist schliessen wird, denn wenn der Heberabgelaufen ist, hat er die Mühe, ihn wieder füllen zu müssen, umweiter zu arbeiten. Er arbeitet alsdann mit einer Vorrichtung, diegerade so functionirt wie ein gewöhnliches Heber, indem die seitlicheOeffnung in demselben bei geschlossenem Hahn nicht mit der Atmo-sphäre communicirt.
A. de Hemptinne J ) hat einen Apparat construirt, um im luftver-dünnten Raume Schwefelsäure ohne Anwendung von Glas und Platin auf1'84 Vol.-Gew. einzudampfen. Der Apparat soll bei Brüssel functio-niren, wird aber sonst wenig angewandt.
Baist & Rössler betrieben versuchsweise in der chemischen Fabrikzu Griesheim einen modificirten Platinapparat, wie er von Johnson,Matthey & Co. patentirt worden ist. Bei dieser Disposition ist nurder untere Theil des Kessels, welcher die Säure enthält und von denFeuerungsgasen umspült ist, von Platin, während der Helm aus Bleiconstruirt ist. Dieser Apparat kostet daher nicht halb’ so viel als eingewöhnlicher Platinkessel; er gab indessen im Betrieb zu vielen Repa-raturen Anlass, weil die Bleifläche von unten zu sehr erhitzt und vonoben durch die Kühlflüssigkeit zu stark belastet war.
Faure & Kessler, Schwefelsäurefabrikanteu in Clermont-Ferrand(Puy de Dome), haben die Construction der Concentrationsapparate ausPlatin und Blei zu verbessern gesucht und ihr Verfahren in einer be-sonderen Brochüre: „Notice sur Jes appareüs ä cuvette pour \a concen-tration ä 66° B. de Vacide suifurique “ beschrieben.
Die Säure wird in einer ganz flachen Platinschale von circa70 cm Durchmesser erhitzt. Ueber dieser Schale befindet sich einrecht geräumiger Bleikasten, in welchem die schwache überdestillirendeSchwefelsäure condensirt wird. Diese Construction bietet mehr Garan-tien für die Haltbarkeit als der direct auf dem Kessel befindliche Ilelm,auch soll der Apparat in der That Monate lang ohne Reparatur be-trieben werdpn können. Die Erfinder stellen eine vergleichende Kosten-berechnung in ihrer Brochüre auf und werden als Hauptvortheilehervorgehoben:
B A. de Hemptinne, Dingl. pol. J. CCV, 419; Wagn. Jahresber.1872, 243.